Spielen statt Mathe pauken. Welcher Schüler sagt da nicht gerne Ja. Benita, Sabrina, Eva und Lisa dürfen mit Kühen, Schafen und Pferden eines Lego-Bauernhofs spielen, sich auch bei Monopoly oder im Würfelspiel messen, denn ihre Schule in Kasendorf ist eine zertifizierte "Spielen macht Schule"-Grundschule. Die bis dato einzige im Landkreis Kulmbach.

Spielen macht schlau. Eine Aussage, die Andrea Hofmann unterstreicht. "Beim Spielen in der Gemeinschaft lernen Kinder fürs Leben. Sie machen wertvolle Erfahrungen, die ihre geistige, motorische und soziale Entwicklung nachhaltig beeinflussen", sagt die Schulleiterin. Hofmann war es, die die Kasendorfer Schule für die Initiative "Schule macht Spaß" des Vereins "Mehr Zeit für Kinder" und des Transferzentrums für Neurowissenschaften und Lernen angemeldet hat. Eine Initiative, die dem klassischen Spielen mehr Raum geben will.

Das dicke Geschenkpaket

Das Kasendorfer Bewerbungskonzept hat die Initiatoren überzeugt. Die haben ein riesiges Geschenkpaket in den Landkreis Kulmbach geschickt. 60 bis 80 Spiele namhafter Hersteller sind jetzt im Eigentum der Grundschule, die im Unterrichtskonzept eine wichtige Rolle einnehmen.

Lange Zeit habe man das Spielen eher dem Kindergarten zugeordnet. "Erst in den letzten Jahren hat man erkannt, dass der sinnvolle Einsatz von Spielen auch in der Schule die Leistungen der Kinder fördern kann", sagt Schulleiterin Andrea Hofmann. Gerade im Hinblick auf die Reizüberflutung durch das Fernsehen, den Computer und elektronische Spielgeräte im Elternhaus komme dem Spielen in der Gemeinschaft eine ganz erhebliche Bedeutung zu.

Die soziale Kompetenz

Die Viertklässlerinnen Benita, Sabrina, Eva und Lisa, die beim Aufbau des Lego-Bauernhofs im eigens eingerichteten Spielzimmer experimentieren, müssen dabei ihre soziale Kompetenz unter Beweis stellen. "Denn sie müssen Spielregeln einhalten", sagt die Schulleiterin, die darauf verweist, dass Quiz-Spiele in den Deutschunterricht eingebunden werden können, Karten- und Zahlenspiele in die Mathematikstunden.

Logik und Strategie

Gespielt werden kann auch in der Freizeit oder in Vertretungsstunden, bei Regen in der "Hauspause" und während der Mittagsbetreuung. Konzentration und Geschicklichkeit, Experimentierfreude, Kreativität, aber auch Logik und Strategie seien gefragt.

"Das Projekt klingt für Außenstehende vielleicht verrückt, es ist aber eine Bereicherung, denn der oft trockene schulische Alltag wird so belebt", betont der Leiter des Staatlichen Schulamts, Jürgen Vonbrunn.

"Besser als Deutsch"

Den Schülern macht der besondere Lernprozess riesigen Spaß. So auch Niklas und Leon, die mit einer Ritterburg spielen, aber auch Vanessa, Jula, Jule und Lara, die ein Gesellschaftsspiel aus dem Regal gezogen haben. "Das ist besser als Deutsch", sagen die Viertklässler, die es klasse finden, dass sie in eine "Spaß macht Schule"-Schule gehen.