"Mal Durchschnaufen!" Das riet Doris Hörath, Rektorin der Grund- und Mittelschule Mainleus ihren Absolventen. Die 19 Schüler der Abschlussklasse hatten bei ihrer Entlassfeier am Donnerstag ganz anderes im Sinn, als sich auszuruhen.


Tanzeinlagen

Den ganzen Abend hindurch unterhielten sie ihre Gäste mit Gesangs- und Tanzeinlagen, Klavierstücken und einem selbstgedrehten Film. Darin parodierten sie ihren Schulalltag und sorgten im Publikum für zahlreiche Lacher. Auch für ihre Abschlussrede dachten sich die Jugendlichen etwas Besonderes aus. Wie bei einem Theaterstück spielten sie den Gästen ihre Zukunft vor: Nach einigen Jahren treffen sie sich wieder, unterhalten sich über die gute alte Zeit, die Abschlussfahrt nach Wien, über Freundschaften, die erhalten geblieben sind und über ihre Ausbildung. Keiner hat abgebrochen, allesamt haben ihre Zukunftspläne verwirklicht.

Egal ob Kinderpfleger, Bäckerin, Feinwerkmechaniker, Systemplanerin, Fachkraft für Lagerlogistik oder Landwirt, viele der Jugendlichen haben mit dem Mittelschulabschluss einen Ausbildungsplatz gefunden, für den sie sich begeistern.

Die Übrigen wollen weiter die Schulbank drücken, zunächst im Mittlere-Reife-Zug, kurz M-Zug, der Hans-Edelmann-Schule und danach vielleicht in der Fachoberschule oder in der Einstiegsklasse am Gymnasium. "Ich möchte studieren", sagte die 15 Jahre alte Elif Alan aus Kulmbach. Ihre Klassenkameradin, Karina Rolheiser aus Burghaig ist Jahrgangsbeste mit einem Notendurchschnitt von 1,8. Für ihren Qualifizierenden Mittelschulabschluss, kurz Quali, habe sie viel gebüffelt, mehrere Stunden täglich, auch in den Ferien. Rolheiser wird ebenfalls den M-Zug besuchen. Sie sagt: "Ich weiß noch nicht, was ich einmal werden will. Mit einem höheren Schulabschluss habe ich mehr Auswahl."


Durch Persönlichkeit überzeugt

Um einen guten Ausbildungsplatz zu finden, ist nicht immer ein "Quali" nötig, ein erfolgreicher Mittelschulabschluss kann ausreichen, auch bei namhaften Firmen. "Viele der Schüler konnten beim Bewerbungsgespräch durch Persönlichkeit überzeugen", berichtete Rektorin Hörath. Darauf sei sie besonders stolz. Freies Reden durch Moderationstraining, Tanz, Musik, Film und Theater sind an der Mainleuser Mittelschule keine Wahlfächer, sondern "das läuft so nebenher", sagte Hörath.
Kreativität ist nicht nur für die Schüler reserviert. Auch Klassenleiterin Susanne Flechsig legte sich ins Zeug. Für jeden Absolventen hatte sie ein maßgeschneidertes Gedicht geschrieben, das sie bei der Zeugnisübergabe vortrug. Danach wurde jeder Schützling einmal fest gedrückt. Hier und da flossen sogar ein paar Tränen. In ihrer Ansprache nahm Flechsig kein Blatt vor den Mund. Das Betreuen einer Schulklasse sei wie der Umgang mit "Dr. Jekill und Mr. Hyde". Sie lobte die Hilfsbereitschaft und Zuverlässigkeit der Schüler, sprach aber auch von "gelegentlichem Übermut gepaart mit einer Prise jugendlichem Leichtsinn". Zum Glück habe Dr. Jekill überwogen, sagte Felchsig mit einem Augenzwinkern.

Einen ähnlichen Kurs schlug auch Elternbeiratsvorsitzender Manuel Gerspach in seiner Rede ein. Er sprach von Fleiß, Freude und Fröhlichkeit auf der einen Seite, und Wut, Streit und Trauer auf der anderen. Die vielen Facetten des Schulalltags spiegelten die Facetten des Lebens wieder, so Gerspach. Die Jugendlichen sollten die Situationen einfach weiterhin so souverän meistern wie bisher.
Robert Bosch, Erster Bürgermeister von Mainleus, gratulierte den Absolventen. Er lobte: "Ihr dürft stolz sein, auf euch selbst und auf die gute Schule, die ihr hier durchlaufen habt." Das Ende der Schulzeit sei der Beginn eines neuen Lebens. Die berufliche Laufbahn sei spannend und eine neue Möglichkeit für die Jugendlichen, zu zeigen, was in ihnen steckt. Mit Nachdruck sagte Bosch: "Ihr werdet gebraucht."