Einen grausamen Fund machte Jagdpächter Klaus Biedermann bei seiner morgendlichen Kontrollfahrt durch das Neuenmarkter Revier: Ein etwa ein Jahre altes Schmalreh wurde offensichtlich von einem Hund zu Tode gejagt. "Ich unternahm einen ganz normalen Reviergang wegen der Kirrungen für die Wildschweine. Am Beginn des Gemeindewaldes in der Au flogen sehr viele Krähen auf, als ich mich ihnen näherte. Da wusste ich dann auch, da muss was liegen", erzählt Biedermann, der dann die ersten Kampfspuren sah, die von einem nahe liegenden Rapsfeld zum Wald führten.

Das Rapsfeld grenzt unmittelbar an den Auweg an, der nach seinem Ausbau stark von Hundebesitzern frequentiert wird, die dort ihre Vierbeiner ausführen. Der Jagdpächter: "Ich habe schon öfter gehört, dass Hunde in diesem Bereich Rehe vor sich hertreiben."

Klaus Biedermann hat nichts dagegen einzuwenden, wenn die Hunde am Auweg an der Leine geführt werden: "Wenn sie aber frei laufen können, schaut es anders aus, denn sobald der Hund ein Reh im Rapsfeld wahrnimmt, nimmt er Witterung auf und fängt das Rennen an."

Das Reh ist normalerweise schneller als der Hund. Doch in der Au wurde um den Gemeindewald eine Einzäunung angebracht, die das Wildtier ausbremste - es hatte sich darin verfangen.

Den Spuren und der Schrittgröße nach vermutet Jagdpächter Klaus Biedermann, dass es sich bei dem Übeltäter um einen kleineren Hund handelt. "Ich tippe da eher auf einen Bullterrier, der auch schon wiederholt hier gesehen wurde. Der Hund erwischt das Reh im Normalfall nicht, aber der Zaun, der an verschiedenen Stellen eingedrückt war, wurde ihm schließlich zum Verhängnis. Spätestens hier hat der Hund das Reh gestellt."

Das wurde auch durch die Schweißspuren deutlich, die am Zaun zu finden waren. "Der Hund hat das Rehe vorne am Hals geschnappt und dann am Hinterteil angefressen", rekonstruiert der Jagdpächter das blutige Geschehen.

Sobald der Körper des Rehes offen ist, kommen auch Vögel und andere Tiere des Waldes, etwa der Fuchs, für die das Opfer natürlich ein gefundenes Fressen ist. Jagdpächter Klaus Biedermann wird den Vorfall nicht ad acta legen: "Mir obliegt der Jagdschutz, dafür bin ich als Jäger auch verantwortlich. Deshalb will ich den Hundehalter ausfindig machen, denn ein Hund, der so etwas tut, macht es immer wieder.

Nachdem der Auweg von Hundebesitzern oft genutzt wird, setzt Biedermann darauf, dass jemand Wahrnehmungen gemacht hat und ihm helfen kann. Er will jedenfalls in Zukunft verschärft darauf achten, dass die Hunde angeleint sind: "Der Hund kann noch so abgerichtet sein, aber wenn er ein Reh sieht, nimmt er sofort die Witterung auf. Der Jagdpächter ist dazu berechtigt und er wird es auch machen, nämlich auf jeden Hund schießen, der ein Reh verfolgt", lässt Biedermann keinen Zweifel.

Biedermann ist unter der Telefonnummer 09227/4578 zu erreichen.