Als er sich letztes Jahr für ein P-Seminar im Fach Geographie meldete, hatte er noch keine Ahnung, dass er einmal eine Fläche von 300 Quadratmetern mit Solarmodulen eindecken würde - genug, um bei einer Spitzenleistung von 26 Kilowatt im Schnitt zehn Einfamilienhäuser jährlich mit Strom zu versorgen.
Ursprünglich hatten sich die elf MGF-Schüler mit Lehrerin Rosi Beyer im Zuge der Energiewende geeinigt, das Thema "Erneuerbare Energien" in den Mittelpunkt ihres P-Seminars zu stellen. Mit Referatsthemen von Geothermie bis zu Gebäudetechnik wurden die regenerativen Energieformen von allen Seiten beleuchtet. Anschließend galt es, ein praktisches Projekt auf die Beine zu stellen, wie Rosi Beyer erklärt: "Das Projekt ist nach und nach gewachsen. Dieses Flachdach war schlichtweg nutzlos, aber die Sonneneinstrahlung ist optimal - das bot sich ideal an." Doch bis mit der Installation begonnen werden konnte, war es ein langer Weg.
Ab Ende Dezember analysierten die Schüler selbstständig den Standort auf seine Eignung - und stellten fest, dass die Lage des Flachdachs für die Erzeugung von Solarstrom hervorragend geeignet ist. Schulleiter Fischer ließ sich für das Projekt schnell begeistern, und auch Sponsoren und Partner, die mit Geldmitteln und Know-How zur Seite standen, waren schnell gefunden. So half die Sparkasse Kulmbach-Kronach bei Fragen rund um die Finanzierung, während Fabian Rieger vom Projekt "JugendSolar" wichtige technische Tipps gab. "Viele Verhandlungen konnten die Schüler natürlich nicht selbst führen - es ging schließlich um hohe Summen. Aber sie haben sämtliche Gespräche begleitet und waren fest in die Organisation eingebunden", betont Geographielehrerin Rosi Beyer.
"Am Anfang war ich etwas skeptisch", sagt Franz-Dieter Söllner von der Firma Limmer und Söllner. Die Installation von Solaranlagen an Schulen ist für ihn nichts Neues - nur dass er das erste Mal mit Schülern zusammenarbeitet. Nach der anfänglichen Skepsis stand der Handwerker den Gymnasiasten jedoch unentgeltlich mit seinem Fachwissen zur Seite, was er nicht bereut: "Ich sehe darin meine Zukunft. Möglicherweise macht ja einer der Jugendlichen später mal beruflich was mit Solarenergie, und unsere Branche braucht Fachkräfte. Klar brauchen die Schüler erstmal eine Einweisung, aber es hat alles sehr gut funktioniert."
Obwohl der erzeugte Strom nicht direkt in die Leitungen der Schule fließt, profitiert das MGFG: Die gewonnene Energie wird nämlich in die öffentlichen Netze eingespeist, die so erzielte staatliche Vergütung geht an den Träger und Hauptfinanzierer der Anlage, den Förderverband des MGFG. Dieser wiederum unterstützt die Schule etwa durch Anschaffungen von Instrumenten, Lehrmaterial oder die Finanzierung von Klassenfahrten für bedürftige Schüler.
Was mit dem Geld aus der Solaranlage konkret geschehen soll, darauf will sich der Vorsitzende des Förderverbands, Werner Friedlein, noch nicht festlegen: "Wo Bedarf und Not ist, wird investiert." Er schätzt, dass sich die Solaranlage nach etwa sieben Jahren wirtschaftlich rentieren wird. Danach sollen die Module noch etwa 13 Jahre Strom produzieren, bevor sie aus technischen Gründen den Betrieb einstellen müssen.
Mehr über dieses außergewöhnliche Schulprojekt lesen Sie in der Montagsausgabe der Bayerischen Rundschau.