Das Gelände rund um den alten Güterbahnhof ist flach, der Main fließt hindurch, und das alte Bahnhofsgebäude ist sehr markant. Mit Metermaßen haben die Schüler in einem Ortstermin alles vermessen - und dann ließen sie im Kunstunterricht ihrer Phantasie freien Lauf. Neue Nutzungskonzepte für das Gelände sollten die Zehntklässler unter der Regie von Kunstlehrerin Cornelia Morsch erfinden - unabhängig von den nötigen Investitionen. Und diese Ideen sollten die Zehntklässler dann in einem Modell nachbauen.

Tatsächlich hatten die Schüler eine Menge Vorstellungen, was Kulmbach mit dem stadtnahen Gelände so alles anfangen könnte. "Wir haben den Main als zentrales Gestaltungselement eingesetzt", erklären Olga Schneider (17) und Laura Bergmann (16) ihr Konzept. Der Main schlängelt sich durch eine fein modellierte Wiesenlandschaft, lädt zum Entspannen ein.

"Wir wollten einen Erlebnispark entwickeln", sagt Olga Schneider selbstbewusst. Kernpunkt des Erlebnisparks ist ein riesiges Süßwasseraquarium. Außerdem gibt es noch eine Seilbahn und eine Wasserrutsche - in den Main. "Wir haben viele Wochen an dem Modell gearbeitet", verrät Laura Bergmann. Die Ideen, die die Schüler hatten - auch Lisa Klaus war noch mit im Team - waren vielfältig, haben sich immer weiter entwickelt.

Sebastian Fuchs (16) und William Hofmann (16) zeigen ihr Modell: Es hat "Seychellenflair". Die Schüler würden auf dem alten Bahnhofsgelände gerne einen kleinen Strand mitten in der Stadt entstehen lassen - mit Badesee, vielleicht durch eine Aufstauung des Maines. "Da ist eine Freiluftdisko im Sand", erklären die beiden ihr Konzept. Und ein offenes Haus zum Chillen, Liegen und Relaxen gibt es auch noch in ihrem Konzept.


Ein Ort zum Chillen

"Das ist mein Lieblingskonzept", sagt Dritter Bürgermeister Frank Wilzok und deutet wieder auf einen anderen Entwurf - auf den von Maja Hempfling, Jannik Heinlein und Romina Kodisch. Der Entwurf der drei sieht eine Kartbahn für das alte Bahnhofsgelände vor. Und im alten Bahnhof selbst könnte dann die Technik, die Reparaturwerkstatt und auch ein Café für Besucher untergebracht werden. "Ich war selbst erst auf so einer Bahn, das macht irre Spaß", so Wilzok.

Für ihn ist nach der Werkschau klar: "Ich sehe, dass Ihr alle eine grüne Lunge, einen Ort zum Chillen mitten in der Stadt wollt. Und die Ideen sind wirklich gut", sagte Wilzok - wenn auch nicht unbedingt alle finanzierbar. Tatsächlich habe es ähnliche Ideen, eine grüne Lunge mitten in der Stadt zu schaffen, auch schon seitens der Stadtverwaltung gegeben - beispielsweise auf dem Kaufplatzgelände. "Leider kommt man an das Gelände nicht ran", so Wilzok.

Die Phantasie der Schüler reichte ziemlich weit: Einige planten einen Golfplatz, andere ein Veranstaltungsgelände, andere eine Seenlandschaft mit Modellbooten und allem drum und dran. Und eine Gruppe hatte sogar die Idee, auf dem Dach des alten Bahnhofes den höchstgelegenen Fußballplatz der Stadt einzurichten. "Aber da braucht man dann wohl Ballmädchen", lachte Wilzok.

Doch die Botschaft der Schüler ist beim Bürgermeister angekommen: Die Jugend wünscht sich mehr Grün, mehr Raum zum Entspannen. "Vielleicht lässt sich etwas in kleinen Schritten bewirken", so Wilzok.