Vor der Urlaubszeit lud Dekan Hans Roppelt in Untersteinach zur Fahrzeugsegnung ein. Schon im Vorfeld hatte der Dekan verlauten lassen, dass nicht nur Autos den Segen bekommen, sondern alles, was fährt. Und so brachten die Kinder Tretroller, Miniroller, Tretautos, Fahrräder, ja sogar einen Spielzeugtraktor mit.

Trotzdem mit Helm auf dem Rad

"Ich will jetzt nicht sagen, Gott ist wie ein Helm, er hält eine Schützende Hand über euch. Das sage ich bewusst nicht", betonte Dekan Hans Roppelt. "Denn wenn etwas passiert, weil man keinen Helm aufgesetzt hat oder weil man den Sicherheitsgurt nicht angelegt hat, dann ist nicht der liebe Gott schuld, sondern man trägt selber zumindest eine Mitschuld", erklärte der Dekan und wies darauf hin, dass der Mensch mit Vernunft und Verstand handeln müsse, dass Rücksicht und Vorsicht im Straßenverkehr walten müssten.

Alexandra Kolb kam mit ihrem Auto. Ihre Tochter Antonia (9) wollte das Fahrrad nicht ins Auto zwängen, aber sie hat dafür eine riesige Christopherus-Schutzmedaille bekommen.

Erst segnen, dann fahren

Eduard Kieslich ist mit seinem neuen Motorroller zum Gottesdienst gefahren und parkte den blauen Roller direkt vor dem Kircheneingang. "Den hab ich mir erst gekauft, der ist noch nicht gesegnet. Ich fahre auch mit den Autos erst, wenn sie geweiht sind", erklärt Kieslich und freute sich über das Angebot.

"Mir war das auch sehr wichtig", erklärt Edda Friedrich. Die 67-Jährige sei schon so manches Mal in einer Situation gewesen, wo sie ihrem Schutzengel danken musste. "Ich finde, so eine Fahrzeugsegnung könnte man ruhig ein Mal pro Jahr machen. Das ist doch schön", sagte Friedrich und betont, dass sie nächstes Jahr wieder kommen würde. Vor allem jetzt, so kurz vor der Urlaubszeit sei das eine tolle Sache.

Franziska Michalski (80) kam mit ihrem mehr als zehn Jahre alten Auto. "Wir hatten noch nie einen größeren Unfall. Nur einmal ist uns einer draufgefahren, aber das war nicht so schlimm", sagt Michalski und erzählt, dass eben nur ein bisschen Blech verbogen war. Franziska Michalski ist schon um 8 Uhr, mehr als eine halbe Stunde vor dem Gottesdienst, losgefahren, um nah bei der Kirche einen Parkplatz zu ergattern.

Doch viele ließen nicht ihr Auto segnen, sondern das Fahrrad. Auch Felicia Ramming kam mit ihrem schönen weißen Ghost-Rad. "Aber das habe ich schon länger", verriet sie und heftete die Christopherus-Plakette an.
Dekan Hans Roppelt selbst kam zur Fahrzeugsegnung mit dem Rad aus Stadtsteinach nach Untersteinach - und sein eigenes Rad bekam eine gehörige Portion Weihwasser ab.

Dekan mit dem Rad in den Urlaub

Heute tritt der Geistliche seinen Urlaub an. Und da ist immer eine Radtour angesagt. In diesem Jahr startet Dekan Hans Roppelt in Rostock und fährt dann weiter über Stralsund Richtung Osten. "Ich habe schon eine Route bis Danzig geplant", so der Dekan. Er will jeden Tag rund 100 Kilometer strampeln.

Und dass ihm dabei - wie vor einigen jahren geschehen - wieder das Rad geklaut wird, hofft er natürlich nicht.