Für gewöhnlich liefert die Kulmbacher IT-Firma Dynamic Commerce - ein Porträt des Unternehmens lesen Sie hier - die Software für Online-Shops, am Freitagabend lieferte sie den Soundtrack für einen tollen Musikabend, der rund 150 Fans begeisterte.

Eingerahmt von Wellblech- und Palettenwänden, Graffitikunst und einer Theke aus Bierkisten erzeugten Jesper Munk aus München und seine international besetzte Begleitband einen atmosphärisch-dichten Sound zwischen bluesiger Hinterhoftristesse, zorniger Punk-Attitüde und schwelgerischem Gute-Laune-Soul. Er schenkte den Besuchern geistige Erbauung, denen angesichts der großartigen Musik wohlige Schauer über den Rücken liefen.

Das Konzert fand an einem ungewöhnlichen Ort statt. In einer Firma, auf die der bekannte Werbeslogan "Nichts ist unmöglich" wie die Faust aufs Auge zutrifft. Hier sitzen die 45 Mitarbeiter an ihren Schreibtischen zwischen Bäumen, die aus Versandkartons und Einkaufswägen gebastelt wurden. Und immer wieder wird der hippe Versammlungsraum zum Veranstaltungsort. Nachdem dort die Studiobühne Bayreuth die "Couch zur Kampfzone erklärt hatte", wie in einer Theaterkritik zu lesen war, strahlte der Raum nun Clubatmosphäre aus.

"Hier finden unsere monatlichen Mitarbeiterversammlungen statt. Auf der Bühne stellen die Teams ihre Projekte vor", erläuterte Geschäftsführer Tobias Langmeyer den eigentlichen Zweck des zum kleinen Konzertsaal umgestalteten Zimmers. Da der Raum über eine aus Paletten gezimmerte Bühne verfüge, sei man auf die Idee gekommen, hier Veranstaltungen durchzuführen. Zweimal im Jahr will das Unternehmen bekannte Künstler in die Bierstadt holen. "Ob Blues oder Hip-Hop - wir sind musikalisch für alles offen", betonte Langmeyer.

Mit den Konzerten will man nicht nur Mitarbeiter und Musikfans eine Freude machen, sondern auch etwas Gutes tun. Während die Musiker auf der Bühne ihrer Kreativität freien Laufen ließen, tickte im Nebenraum die Spendenuhr für einen guten Zweck. Die Erlöse aus dem Konzert gehen an den Verein Viva con Agua de Sankt Pauli e.V. Er hat es sich zum Ziel gesetzt, allen Menschen den Zugang zu sauberem Trinkwasser zu ermöglichen. Um das Ziel zu erreichen, werden weltweit Wasserprojekte der Welthungerhilfe unterstützt. Am Ende des Abends waren 3260 Euro zustande gekommen.

Die Besucher wurden reich beschenkt von einem introvertierten Künstler, der lieber die Musik als die großen Gesten sprechen ließ. Seine Stimme kam mal knarzig-rau, mal samtweich daher und wurde obendrein an einem zweiten Mikrofon auch noch verzerrt. Sein exzellentes Gitarrenspiel pendelte zwischen friedlicher Eindringlichkeit und aufbrausender Wut. So richtig entfalten konnte sich all das erst auf dem vielschichtigen Klangteppich, den Gitarrist Knox Chandler, Bassist Taylor Savvy, Schlagzeuger Michael Fromme und Keyboarder Robbie Moore mit viel Liebe zum Detail und mitunter gegen den Strich gebürstet, gewebt hatten.

Allesamt Könner ihres Fachs, die schon mit Größen der internationalen und nationalen Musikszene zusammengespielt haben. Der US-Amerikaner Chandler zum Beispiel arbeitet regelmäßig mit Dave Gahan von der weltberühmten britischen Popband "Depeche Mode".

Sein atmosphärisch dicht gewebtes Spiel war das i-Tüpfelchen auf vielen Songs von Jesper Munk, die eines gemein haben: Sie laden nicht zum Tanzen ein, sondern zum Zuhörern. Man muss sich in sie hineinfallen lassen, wenn man sie in voller Blüte erleben will. Das taten die Besucher, die sich mit viel Applaus von ihrem Idol verabschiedeten.

Im November soll dann das nächste Office-Konzert folgen. "Konkrete Gedanken über einen Künstler oder eine Band haben wir uns noch nicht gemacht", sagte Langmeyer.