Ob am Goldberg jemals nach dem wertvollen Edelmetall geschürft worden ist, ist fraglich, auch wenn die Sage davon berichtet. Gesichert ist dagegen, dass einst der Galgen auf seinem höchsten Punkt stand. Die Marktschorgaster Ratsprotokollbücher nach 1685 berichten immer wieder von Hinrichtungen. Vermutlich ist "Goldberg" sogar auf ein verballhorntes "Galgenberg" zurückzuführen.

Die drei ehrenamtlichen Archivpfleger der Gemeinde, Rudi Kurz, Peter Munk und Hans-Jürgen Schipphorst, laden am Samstag zu einem Streifzug durch die Geschichte des Goldbergs ein. Sie haben sich hierfür etwas Besonderes ausgedacht: Sie möchten einen vergnüglichen Abend bieten mit vielen unbekannten Bilden, amüsanten Erzählungen und Anekdoten, das Ganze direkt vor Ort mit Blick auf den idyllischen See.

Eine "Goldgrube"

Eine "Goldgrube" ist der Berg allemal, nämlich für die Erste Bayerische Basaltstein AG. Die Gemeinde Marktschorgast überlässt dem Unternehmen das Gebiet von 1899 an für zehn Jahre zur Ausbeutung des Steinvorkommens nahezu kostenlos - lediglich 50 Fuhren Stein müssen jährlich an den Ort abgetreten werden.

Positiv ist der Beschäftigungseffekt: 60 bis 70 Männer finden Arbeit. Ein Opfer des Abbaus wird der erst 1890 errichtete Aussichtsturm. Nachdem man die Abbruchskante immer weiter vorgetrieben hat, stürzt er am 16. Januar 1901 abends krachend ein.

Es begann mit einem Missgeschick

Die Entstehung des heutigen idyllischen Naturbads ist einem Missgeschick zu verdanken: Bei einer Sprengung 1912 brechen Wassermassen aus unterirdischen Gesteinsschichten ein und füllen die Grube. Bis heute ist kein Zulauf erforderlich, da Grundwasser aus dem 30 Kilometer entfernten Epprechtstein den See speist.

Der Goldberg ist jedoch nicht nur historisch und geologisch interessant, sondern auch wegen seiner musikalischen Highlights, die in der Vergangenheit Tausende aus nah und fern angelockt haben.

13 Serenaden mit Stardirigenten

Ein besonderes Zugpferd waren die 13 Goldbergserenaden in den Jahren von 1980 bis 1996 mit Musikern des Bayreuther Festspielorchesters und Weltklasse-Dirigenten wie Daniel Barenboim, James Levine, Pierre Boulez, Horst Stein und Guiseppe Sinopoli. Festspielleiter Wolfgang Wagner war selbstverständlich stets dabei.

Nicht wenige Prominente des Grünen Hügels haben sich am Ufer des malerischen Sees entspannt, sich oft auch mit witzigen Sprüchen und Zeichnungen ins Gästebuch der Wasserwacht eingetragen. "Ho-jo-to-ho! Ho-jo-to-ho! Waltraud Meier woar do!", schreibt zum Beispiel die weltbekannte Mezzosopranistin am 4. August 1986 ins Gästebuch. Eine neckisch-fränkische Anspielung auf den Schlachtruf Brünnhildes aus Richard Wagners "Walküre".