"Wir sind sehr zufrieden, und unseren Besuchern hat das Gin-Tasting auch sehr gut gefallen. Es war für uns Neuland, aber wir haben sehr gute Rückmeldungen bekommen." So lautete das kurze Resümee von Christian Steinlein am Samstagabend nach dem ersten "Eifing Gin Flut" mit rund 50 Gästen.

Das " Eifinger" Dorfwirtshaus ist für seine einzigartigen Obstbrände in der Region und darüber hinaus bestens. Nach einem Whisky-Brand haben sich Herbert Steinlein und seine beiden Söhne Christian und Steffen nunmehr an den Gin gewagt.

Es war eine spannende Aufgabe für Chefmoderator Christian Steinlein (er ist Studienrat im Förderschuldienst in der Oberpfalz), das Gin-Tasting über knapp vier Stunden mit ausgezeichnetem Hintergrundwissen zu bereichern. Elf Stationen mussten die Besucher meistern.
Gin ist ja bekanntlich eine meist farblose Spirituose mit Wacholder. Er ist Hauptbestandteil vieler Cocktails, insbesondere des Martini sowie des Longdrinks Gin Tonic.

Gin erhält seinen charakteristischen Geschmack aus der Aromatisierung mit Gewürzen, darunter vor allem Wacholderbeeren, Koriander und Kardamom, eines der meistgeschätzten und ältesten Gewürze der Welt. Weitere Bestandteile wechseln von Hersteller zu Hersteller.

Christian Steinlein erklärte zunächst den medizinischen Hintergrund des Trendgetränks: "Wie viele Spirituosen hat auch der Gin seinen Ursprung bei der Herstellung von Medizin. Vielen Pflanzen wurden damals heilende Wirkungen zugesprochen. Sogar bei der Pest galt ein Wacholderdestillat als Heil- beziehungsweise Linderungsmittel."

Als Erfinder des Gin gilt ein holländischer Arzt namens Franciscus Sylvius de la Boe. Christian Steinlein: "Man entwickelte die Rezepte weiter, um diese trinkfähiger zu machen. Genever (Gin) wurde zum Traditionsgetränk der Holländer. Adel und Königshaus waren begeistert von dieser Spirituose." Sogar die Mutter der englischen Königin, Queen Mom (1900 - 2002) war bekannt für ihre Vorliebe für Pferdewetten und Gin. Auch ihre Tochter, Queen Elizabeth, trinkt gern Gin.

Christian Steinlein bezeichnete den "Eifig Gin" als Abenteuer und als einen ersten Versuch mit einer begrenzten Auflage. Sein erstes Fazit lautete: "Wir haben viele gelungene Aromen. Manches muss noch weiter entwickelt werden."

Für den Personalchef der Kulmbacher Firma Töpfer, Frank Lindner, war die Teilnahme am Gin-Tasting nach dem Besuch des gelungenen Whisky-Tasting von drei Jahren fast schon Pflicht: "Wir haben ja hier am Dorf noch eine Erlebnisgastronomie. Solche kleinen und rührigen Gaststätten, die gibt es nicht mehr oft, und die muss man unterstützen."


Überrascht und gespannt

Für Neuenmarkts stellvertretenden Bürgermeister und VdK-Kreisgeschäftsführer Alexander Wunderlich war es auch klar, dass er dabei ist: "Ich bin ja gebürtiger Eifinger. Wir haben gekostet, gerochen und geschmeckt. Ich habe versucht, mich in die Materie einzuarbeiten." Lebenspartnerin Yvonne Nowak: "Ich kannte Gin bisher noch nicht und war überrascht und gespannt. Ich finde ihn sehr würzig, mir schmeckt er ganz gut." Elke Lindner fand die Kombination mit Tonic interessant.

Der Bayreuther Geschäftsführer von Motor-Nützel, Jochen Sonntag, kennt das "Eifinger" Dorfwirtshaus seit seiner Jugend: "Hier habe ich das Karten gelernt. Wir probieren alles Mal durch, deswegen sind wir da. Im Moment verliere ich aber mit meinen Tischnachbarn nach den vielen Kostproben etwas den Überblick. Super schön, was da gemacht wird. Sowas erlebt man nur in Eifing."
Sabine Leuschner hat nur lobende Worten für Christian Steinlein: "Was er sich mit den verschiedenen Stationen für einen Aufwand gemacht hat, das ist unglaublich."

Alfred Kneitz aus dem benachbarten Wirsberg genießt den Abend mit seiner Stammtischrunde: "Herbert Steinlein ist als Wirt insgeheim schon gescheit stolz darauf, dass die Schnaps-Tradition hier in Neufang nicht nur fortgeführt, sondern auch erneuert wird."

Der aus Stuttgart stammende Reinhold Lednig, der seit acht Jahren mit seiner Frau in Stadtsteinach lebt, ist begeistert von dem Gin-Tasting: "Das Ambiente hier ist einmalig. Diese Wirtshauskultur ist bei uns in Schwaben total gestorben."

Für Werbefotograf Tobias Schöffel aus Stadtsteinach waren das Gin-Tasting und der Besuch des Dorfwirtshauses eine Premiere, und er war "erbarmungslos" ehrlich: "Ich würde meine Havanna weiterhin vorziehen."