Seit Wochen rattern im Kauerndorfer Bergweg die Baumaschinen. Mit einem Kostenaufwand von rund 850 000 Euro lässt die Gemeinde Ködnitz in diesem sensiblen Bereich den Kanal erneuern - ohne staatliche Zuwendungen, allein aus eigenen Haushaltsmitteln.

"Wir mussten dringend handeln"

Die Maßnahme wurde notwendig, weil der Regenwasserkanal unter den privaten Wohnhäusern verläuft und zum Teil schon so marode ist, dass er einzubrechen drohte. "Wir mussten dringend handeln", sagt Bürgermeister Stephan Heckel-Michel.

Unmittelbar nach Ostern begann die Firma ASK aus Kulmbach mit den Tiefbauarbeiten. Laut Bernhard Klauer vom Technischen Büro Werner aus Eltmann soll das Projekt noch vor dem Wintereinbruch abgeschlossen sein.

Schwierige Verhältnisse

Es ist keine einfache Baustelle, weil im Untergrund viele Leitungen und Kabel verlaufen, die unter Umständen sogar umverlegt werden müssen. Klauer: "Schwierig ist es auch deshalb, weil wir den Regenwasserkanal soweit wie möglich aufrechterhalten müssen, bis wir alle Gebäude umgebunden haben." Hinzu kämen noch die beengten Verhältnisse, "denn wir müssen schauen, dass die Anlieger immer zu ihren Häuser kommen können."

Der Regenwasserkanal muss auf einer Länge von rund 300 Meter erneuert werden. Dabei wird auch versucht, die Hauptwasserleitung, die durch die Privatgrundstücke verläuft, in einem Stufengraben mitzuverlegen. "Wir sind dankbar, dass wir eine heimische Firma für diese nicht einfachen Arbeiten gewinnen konnten", betont Stephan Heckel-Michel.

Dass der Regenwasserkanal unter den Häusern verlaufe, sei der Gemeinde schon seit drei Jahren bekannt. Der Bürgermeister spricht von einer "Bausünde aus längst vergangenen Tagen", die die Kommune jetzt ausbaden müsse. Den bestehenden Kanal zu sanieren, sei bautechnisch unmöglich gewesen.

Leitungen im Privatgrund

Genauso verhält es sich mit der Hauptwasserleitung, die ebenfalls im Privatgrund verläuft. "Bevor damals die Wohnhäuser am Bergweg errichtet wurden, verlief ein offener Entwässerungsgraben, der dann verrohrt wurde", weiß Heckel-Michel. Was bei der Baumaßnahme noch erschwerend hinzukomme, sei, "dass für die alten Wasser- und Kanalleitungen keine Bestandspläne vorhanden sind".

Bauleiter Bernhard Klauer nimmt es mit Humor: "Wir können nur schauen, dass wir nichts vergessen, wieder anzuschießen."

Die Großbaustelle ist vom Personaleinsatz überschaubar. In der Regel sind vier bis fünf Handwerker mit ihren Maschinen im Einsatz.