Wobei sich auch gezeigt hat: Wer das Einkommen von Walter Riester hat, der hat untrüglich ein einträgliches Einkommen im Alter.

Mit dem Alter ist per se nicht zu spaßen; mancher ist schon dran gestorben. Wer wie ich die 45 heranbrausen sieht, dem geht es wie dem Kabarettisten Matthias Deutschmann: "Ab Mitte 40 hört man im Wald das Holz für den eigenen Sarg mitwachsen". Eigentlich muss mir/uns ja nicht bange sein, schließlich stellen wir Deutsche, statistisch betrachtet, das Leben immer später ein: Frauen werden bald im Durchschnitt 90 und älter; bei den Männern schaffen es beachtlich viele über die 80.

Mancher lebt damit länger, als er es sich leisten kann. "Alles verzehrt vor meinem End, das macht ein richtig Testament." Das ist von Goethe. Leider lässt der Dichterfürst offen, wann das Ende kommt. So fragt sich der 60-Jährige heute schon mal, ob es sich noch lohnt, Dauerwurst zu kaufen oder den intelligenten Kühlschrank anzuweisen, übers Internet haltbare Kondensmilch nachzubestellen.

Viel schlimmer aber: Wir werden offenbar älter, als es sich Papa Staat leisten kann. Als im Zuge der Sozialgesetzgebung Bismarcks die Alterssicherung Einzug hielt, lag die Lebenserwartung bei 59 Jahren. Wer da mit 65 in Rente ging, war sechs Jahre tot. Jetzt aber gibt es immer mehr - Achtung, Neudeutsch: Rentiers.

Man merkt, es geht auf Weihnachten zu: wenn in TV-Gesprächsrunden zur sozialen Schieflage vor jeden politischen Karren ein Rentier gespannt wird... Ob sich da das Zuschauen überhaupt noch rentiert?