Allerdings marschierte der Zug damals ab der Kirche auf dem Hangweg durch den Wald hoch, vorbei an der Karlsquelle. Heute ist dieser Weg als Naturlehrpfad ausgezeichnet. Eine Straße zur Naturbühne gab es damals noch nicht.

Zweieinhalb Kilometer bergauf
Gestern, zum 60-jährigen Bestehen der Naturbühne, mussten die rund 450 Teilnehmer 2,5 Kilometer absolvieren, um - vorbei an der Brauerei Haberstumpf - auf der Kreisstraße zum Wehlitzer Berg zu gelangen. Eine große Menschenmenge, viele Gäste und wahrscheinlich alle Trebgaster, die nicht am Festzug beteiligt waren, säumten den Weg vom Bahnhof bis zur Kirche.



Überraschungsgast beim Festzug war der ehemalige Welttorhüter Jean Marie Paff. Der war freilich nicht wegen des Trebgaster Spektakels nach Oberfranken gekommen. "Ich habe ja gute Verbindungen zu dieser Region. Gestern war ich Gast bei einer Versammlung der oberfränkischen Fan-Clubs. Das war eine prima Veranstaltung, ich habe seitdem viel Respekt vor diesen Fan-Clubs. Mein Freund, Landrat Klaus Peter Söllner, hat mich danach gefragt, ob ich heute noch hier bleibe und mit ihm im Festzug laufen möchte. Da habe ich spontan zugesagt und meinen vorgesehenen Rückflug um einen Tag verschoben."

Als Kind schon auf der Bühne
Der ehemalige Welttorhüter hat aber auch einen persönlichen Bezug zum Theater. "Als kleines Kind war ich auch auf der Bühne gestanden. Der Bezug zur Kultur ist wichtig. Diese Tradition, die hier gepflegt wird, sollte man unbedingt weiterführen", sagte Pfaff, der vor kurzem Botschafter von "Bierland Oberfranken geworden ist.
Was kann man sich darunter vorstellen? Pfaff: "Bier trinken. Ich habe in Belgien gute Kontakte und versuche, das oberfränkische Bier dorthin zu bringen."

Den Aufprall des Steines, der dem Vorsitzenden Siegfried Küspert nach Ankunft des Zuges am Festplatz vom Herzen fiel, konnte man bis hinunter in den Ort hören. Küspert freute sich, dass es mit viel Organisation und Logistik gelungen war, diese alte Tradition noch einmal aufleben zu lassen.
Und jetzt konnte endlich auch er ohne Anspannung bei bester Stimmung das Jubiläums-Wochenende ausklingen lassen.