Nur zwei Jahre dauerte der Markgräflerkrieg, doch er war verheerend für die Stadt Kulmbach. Am 26. November 1553, dem bis heute legendären Konraditag, wurde Kulmbach in Schutt und Asche gelegt. Fast die gesamte Stadt brannte ab, nur wenige Häuser wurden kein Raub der Flammen. Noch heute beweist ein Altarbild, das heute in Oldenburg zu sehen ist, wie vernichtend das Feuer gewesen sein muss. Ein Pfarrer oder ein Gläubiger muss es am Konraditag, als Kulmbach lichterloh brannte, aus den Flammen geholt haben. Seitdem erinnert es im hohen Norden an den Schreckenstag der Kulmbacher Stadtgeschichte.

Die Freunde der Plassenburg wollten mit einer Stadtführung der besonderen Art die Historie wiederaufleben lassen. "Wir wollen heute an den Konraditag denken, an die vielen Familien, die betroffen waren", sagte der Vorsitzende Peter Weith in einer Gedenkminute vor dem Kulmbacher Rathaus. Im Mittelpunkt sollte das Leiden der Menschen stehen.

Holger Peilnsteiner legte besonderen Wert auf die außenpolitischen Verhältnisse der damaligen Zeit. "Die Idee, die Albrecht Alcibiades verfolgte, war, dass er ganz Franken unter das Regiment eines Hohenzollern-Herzogtums bringen wollte. Es waren sehr unruhige Zeiten", erklärte Peilnsteiner. Doch die Art und Weise, wie Albrecht Alcibiades dies anzustellen versuchte, ging gehörig schief. Deutschland spürte die Auswirkungen der Reformationen. Der Kaiser und der höchste Mann im Staate war Karl V.. Dieser stand zunächst auf der Seite des Markgrafen, bestärkte ihn in seinem Vorhaben. Albrecht Alcibiades nahm einen Krieg mit Bamberg und Würzburg in Kauf, brandschatze Schlösser und Dörfer. Zunächst mit Erfolg. "Doch dann schwenkte der Kaiser um und das Blatt wendete sich", erklärte Peilnsteiner. Im Klartext bedeutete dies, dass sich die geistlichen Fürstentümer Bamberg und Würzburg verbündeten und sich gemeinsam mit der Freien Reichsstadt Nürnberg, aber auch mit Teilen Sachsens, mit Meisen und Braunschweig, Speyer, Mainz, Trier und Worms gegen Albrecht Alcibiades wandten.

Auf der Plassenburg waren 750 Soldaten stationiert, der Markgraf hatte rund weitere 300 verpflichtet. Doch die Gegenseite war mit 5000 Soldaten übermächtig. Holger Peilnsteiner erläuterte bei der nächtlichen Stadtführung, wie Kulmbach beschossen wurde, wo die Waffen standen. Und er zeigte auch die notdürftig gefertigten Münzen, die Albrecht Alcibiades herstellen ließ, um die Soldaten bei Laune zu halten.

Am Konraditag ging schließlich die ganze Stadt in Flammen auf. Ein Teil wurde auch von den Kulmbachern selbst angezündet, um die Feinde in Schach zu halten. Am Ende blieb nur eine Handvoll Häuser übrig - 400 Kulmbacher überlebten. Die Kulmbacher flüchteten vor den Truppen auf die Burg. Doch nur die kampftauglichen jungen Männer wurden eingelassen.

"Der Konraditag war eine Katastrophe", konstatierte Peilnsteiner und betonte, dass auch Albrecht Alcibiades' schrecklicher Ruf, ein streitsüchtiger und brandschatzender Herrscher zu sein, zu dem verheerenden Schlag gegen Kulmbach beigetragen habe: "Fake News" hätten so zum schwärzesten Tag der Stadtgeschichte geführt.