Anlässlich der Untersteinacher Bürgerversammlung am 27. September 2017 hatte Diplomingenieur Sven Müller von der Firma Baurconsult (Haßfurt) mittels zwölf Bildern einer Power-Point-Präsentation
die Studie "Wasserversorgung Untersteinach - Sanierungskonzept" vorgestellt.

Nachdem die Verwaltung der Gemeinde Untersteinach den Bürgern nach wie vor die insgesamte Einsichtnahme in diese "Wasserstudie" verwehre, hat die Interessengemeinschaft eigenen Angaben zufolge seit Anfang November die 32 Druckseiten in mühseliger Kleinarbeit von Hand abgeschrieben.

Demnach stellt nunmehr die Interessengemeinschaft "Das Pressecklein darf nicht sterben - Für den Erhalt der eigenen Trinkwasserversorgung vor Ort!" fest, dass es noch viele offene Fragen gebe, die bei der "Fernwasser-Werbeveranstaltung" am 27. September nicht angesprochen bzw. verschwiegen worden seien.

Bei der Zusammenfassung und Gegenüberstellungen der verschiedenen vorgestellten Baurconsult-Varianten sei u. a. Folgendes hervorzuheben: Auf der Internetseite der Gemeinde Untersteinach gebe Baurconsult beim Wirtschaftlichkeitsvergleich der Varianten einen Betrachtungszeitraum von 50 Jahren für Bauwerke und Rohrleitungen an. Beim Gesamtkostenvergleich in der Studie selbst jedoch betrage bei der Variante 2 (= Vollanschluss an die
Fernwasserversorgung Oberfranken, FWO) der Betrachtungszeitraum 22 Jahre. In der Gegenüberstellung von Vor- und Nachteilen der einzelnen Varianten nenne die Wasserstudie beim Fernwasser-Vollanschluss (Variante 2) als Vorteile: Kein Betriebspunkt (- hierfür also kein Unterhalt), im Vergleich der Varianten die niedrigsten Investitionskosten, Hoch- und Tiefzonen im jeweiligen Höhenniveau erweiterbar, Versorgung Tiefzone über Hochzonen möglich (Einbau von Druckminderventilen DMV im Überhebepumpwerk ÜPW).

Festzuhalten blieben allerdings als deren Nachteile die von Anschlussbeginn an laufenden Kosten für den Wasserbezug von der FWO sowie nach 31 Jahren die Überschreitung der Gesamtkosten der Variante 3a (= Wasserversorgung mit Pressecklein).

Die Brunnenanlage Pressecklein würde in der Variante 3a zu dem bereits seit Jahren vorhandenen FWO-Abgabeschacht beibehalten bleiben. Die Wasserstudie zähle zu den Vorteilen der Variante 3a auch deren geringe Anzahl der Betriebspunkte, dass die Mischung der Wasser zwischen den Hoch- und Tiefzonen möglich sowie die Hochzonen in den bestehenden Höhenniveaus erweiterbar seien. Dieses Variantenkonzept 3a hätte nach 31 Jahren auch die geringsten Gesamtkosten, so die Zusammenfassung der Interessengemeinschaft.

Als Nachteil werde bei einem Stromausfall im Druckpumpwerk (DPW) die eingeschränkte Versorgung der Hochzone genannt, die dann ein Notstromaggregat übernehmen müsse.
Grundsätzlich halte die Baurconsult-Wasserstudie fest: Unabhängig davon, welche Variante letztendlich zur Ausführung komme, sei die Sanierung des Ortsnetzes vorrangig zu behandeln. Erst nachdem die Wasserverluste verringert worden seien, erschienen Investitionen in "neue Anlagen" sinnvoll und wirtschaftlich.

Insofern laute die Abschlussempfehlung des Ingenieurbüros Baurconsult kurz und bündig: "Unter Berücksichtigung der Vor- und Nachteile der Varianten, ist eine Entscheidung zwischen Variante 2 (Vollanschluss FWO) und Variante 3a (Brunnen + FWO) zu treffen."

Im Resümee fragt ihrerseits die "Interessengemeinschaft Pro Pressecklein": "Warum wurden diese Informationen den Bürgern bislang generell verschwiegen?" Und sie stellt auch Widersprüche zur Aussage von Bürgermeister Volker Schmiechen (SPD) fest, der hinsichtlich der künftigen Untersteinacher Trinkwasserversorgung neben der Leitungsnetz-Ausbesserung einen sofortigen Anschluss an die FWO als absolutes Muss angegeben habe.

Damit, so die Interessengemeinschaft, wäre ein faktischer Neuanschluss mittels Verlegung einer Leitung von der bestehenden Hummendorfer FWO-Abgabestelle zum "Hochbehälter Tiefzone
Untersteinach" gemeint: also eine "neue Investition" noch vor der vollendeten Ortsnetzsanierung!

Schließlich fragen die Pressecklein-Freunde: "Warum zieht Baurconsult in Untersteinach nicht auch wie andernorts längerfristige Lösungen und Betrachtungszeiträume in Betracht? Ein Hochbehälter in Edelstahl hält ganz sicherlich doppelt so lange wie 31 Jahre."

Weiterhin werden die von den Bürgermeistern Schmiechen und Röhrlein in Aussicht gestellte weitere Informationsveranstaltung mit allgemeinem Meinungsaustausch und auch eine echte Bürgerbeteiligung gefordert. Hierfür wurde seitens der WGU an die Adresse der IG Pressecklein bereits Unterstützung in jeder möglichen Hinsicht zugesagt.

Für den Anfang des nächsten Jahres bereitet die IG "Pro Pressecklein" eine weitere Veranstaltung zu diesem Problemthema vor, das in jedem Fall auch für die nachfolgende Generation ein schwerwiegendes Erbe darstellen werde.