Es hatte sich bereits im vergangenen Jahr angedeutet: Die Beziehungen zwischen den beiden Partnerstädten Bursa und Kulmbach normalisieren sich wieder. Zum Jahreswechsel hat das Stadtoberhaupt von Bursa, Alinur Aktas, eine Botschaft an Oberbürgermeister Henry Schramm (CSU) geschickt. Das geht aus einer Pressemitteilung der Stadt hervor.

Aktas sendet herzliche Grüße und wünscht dem OB und den Kulmbachern "ein neues Jahr voller Freundschaft, Frieden und Gesundheit". Weiter schreibt er: "Ich glaube, eine aktiv betriebene Städtepartnerschaft ist wichtig, um neue Informationen zu erhalten, sich über Bewährtes auszutauschen und das wechselseitige Verständnis zwischen den Städten voranzutreiben."

Zusammenarbeit vertiefen

Weiter schreibt Alinur Aktas, dass er die enge Kooperation zwischen den beiden Städten stärken möchte und sich darauf freue, durch neue Projekte die Zusammenarbeit zu vertiefen.

OB Schramm hat die Nachrichten aus Bursa, dass die Partnerschaft mit Kulmbach wieder gestärkt werden soll, mit Freude zur Kenntnis genommen. Er habe Alinur Aktas geantwortet, dass er im Namen der Stadt Kulmbach dem Amtskollegen persönlich, den Mitgliedern des Stadtrats sowie allen Bürgerinnen und Bürgern von Bursa ein gutes, gesundes und friedliches neues Jahr 2019 wünsche.

"Zum Dialog jederzeit bereit"

Schramm: "Seit 20 Jahren pflegen unsere beiden Städte über das Berufliche Schulzentrum, den Unesco-Club und die Türkische Gemeinde viele gute Kontakte. Insgesamt 46 Begegnungen fanden in dieser Zeit zwischen den partnerschaftlich verbundenen Berufsschulen Bursa und Kulmbach statt. Menschen unterschiedlicher Kulturen haben sich gegenseitig besucht und zahlreiche Freundschaften aufgebaut. Ihre Nachricht, die enge Zusammenarbeit zwischen unseren Städten zu stärken und durch neue Initiativen zu beleben, freut mich sehr. Die Partnerschaft mit Bursa war über viele Jahre hinweg lebendig und fruchtbar für beide Seiten."

Kulmbach sei jederzeit bereit, den Dialog zwischen den beiden Städten zu erhalten und die bestehenden Verbindungen auch künftig aktiv zu pflegen, so Schramm abschließend. Er lädt Alinur Aktas dazu ein, die Stadt Kulmbach zu besuchen: "Sie sind jederzeit herzlich willkommen. Es würde mich freuen, Sie bei dieser Gelegenheit persönlich kennenzulernen."

Alexander Battistella, der Leiter des Beruflichen Schulzentrums, das mit Bursa seit 1985 einen Praktikantenaustausch und die Partnerschaft mit der dortigen Berufsschule ("Tophane Teknik Lise") pflegt, erfuhr gestern durch die BR-Redaktion von der neuesten Entwicklung. Auch er wertet es als erfreulich, dass sich die Lage entspannt.

"Sehr an Kulmbach interessiert"

Beim letztjährigen Besuch in der Türkei habe er vor Ort auch nichts anderes erlebt; man sei sehr freundlich empfangen worden, und er persönlich habe den Eindruck gewonnen, dass die Gastgeber sehr an Kulmbach interessiert sind. In der Partnerschaft mit der dortigen Berufsschule habe man sich auch nicht einschränken lassen. "Die türkischen Freunde waren 2017 da, wir waren 2018 zwei Mal in Bursa und haben im Herbst einen Gegenbesuch festgezurrt. Ich gehe schwer davon aus, dass dieser wie geplant Anfang Juli stattfindet", so Battistella. "Wenn die Politik das unterstützt - und das ist ja nun die Botschaft -, dann ist das sehr erfreulich."

Genauso sieht es Hartmut Schuberth, der Vorsitzende des Unesco-Clubs Kulmbach-Plassenburg, der sich neben den Berufsschülern schon auf die Clubmitglieder aus Bursa freut. Für die Delegation werde man wie gewohnt beim Schüleraustausch im Juli ein kulturelles Rahmenprogramm "anhängen". Außerdem sei in diesem Jahr eine dreitägige Welterbe-Exkursion nach Straßburg und ins Elsaß geplant.

Besonders weist Schuberth auf den Termin 18. Februar hin: An diesem Tag werde im Fritz-Einkaufszentrum eine vierwöchige Fotoausstellung mit Bildern aus Bursa eröffnet, "damit die Partnerschaft für die Kulmbacher erlebbar wird".

Gemeinsame religiöse Wurzeln

Wie Alexander Battistella betont Hartmut Schuberth, dass es auch in politisch schwierigen Zeiten nie Probleme gegeben habe. Begeistert erinnert er an die letztjährige Einladung der türkischen Unesco-Freunde zum 20-jährigen Bestehen des dortigen Clubs. In der südostanatolischen Stadt Sanliurfa sei gemeinsam die Grabungsstätte "Göbekli Tepe" besucht worden. Dort soll Vater Abraham gelebt haben, der auch von den Türken verehrt werde. Schuberth: "Wir haben gemeinsame religiöse Wurzeln, darauf muss man immer wieder hinweisen."