Zum Beispiel für das neue Auto, das kürzlich angeschafft wurde und am 28. April geweiht werden soll. Florian Barnickel freilich wird wohl nie in diesem neuen Auto zu einem Einsatz fahren können: Seit einem Unfall ist er behindert, kann nicht mehr arbeiten, hat die Feuerwehr-Uniform an den Nagel hängen müssen.
Florian Barnickel selbst kann sich an den Schicksalstag, der sein ganzes Leben verändert hat, nicht mehr erinnern, weiß nur noch eins: Am 10. November 2009 wollte er mit seinem zwei Jahre jüngeren Bruder Sascha (inzwischen 20) und anderen Feuerwehrkameraden aus Oberdornlach zu einem Truppführerlehrgang fahren: "Ich wollte die ganz normale Ausbildung machen", sagt er: Truppführer, Maschinist, Sprechfunker, vielleicht auch noch mehr.
Am Steuer des Feuerwehrfahrzeugs, Typ VW, Baujahr 1987, saß einer seiner Kameraden. Auf der Fahrt zum Lehrgang verunglückte das Feuerwehrauto. Mittlerweile steht zweifelsfrei fest: Ein technischer Defekt war die Ursache, den Fahrer trifft keine Schuld.
"Wir hatten das Auto noch im September beim TÜV, alles war okay, aber an diesem Tag war die Lenkung defekt", sagt der Vorsitzende der Wehr, Heinz Schmidt, der noch heute betroffen ist, wenn er an die Ereignisse von vor zwei Jahren denkt. "Der Unfall war für uns alle ein Schock", sagt auch Kommandant Heinrich Grampp. Auch er wird den Schreckenstag, an dem sechs Feuerwehrleute aus Oberdornlach verletzt worden sind, nie vergessen.
"Es gab einen Überschlag, da war Chaos und Panik", erzählt Florian Barnickel. An mehr kann er sich nicht erinnern. "Ich habe gleich gesehen, dass mein Bruder schwer verletzt ist", erinnert sich der jüngere Bruder dafür um so deutlicher. Sascha Barnickel kam mit einem Schleudertrauma und einer Schnittwunde davon. Doch das Leben des älteren Bruders hing am seidenen Faden. Monatelang lag Florian Barnickel im Koma. Er hatte ein schweres Schädel-Hirn-Trauma, Wirbelbrüche, Schädelbasisbrüche.
"Wir haben von dem Unfall von einem Bekannten erfahren, er hatte es über Sprechfunk gehört", erinnern sich Monika und Erich, die Eltern der beiden feuerwehrbegeisterten Söhne mit Schrecken an jenen Novemberabend. Bis Ostern lag ihr Sohn im Koma. Dann ging es langsam bergauf. Sehr langsam. Der junge Mann konnte sich fast nicht mehr bewegen, musste ganz neu das Laufen lernen.
Florian ist seitdem in ständiger Behandlung. Auch mehr als zwei Jahre nach dem Unfall leidet er noch unter starken Gedächtnis-Einschränkungen und unter spastischen Lähmungen. Immerhin konnte er so weit wieder hergestellt werden, dass er wieder einigermaßen allein zurechtkommt - mit Unterstützung der Eltern. Als der Unfall geschah stand er kurz vor der Gesellenprüfung zum Kälteanlagenbauer. Er wird diesen Beruf wohl nie wieder ausüben können. "Aber wir sind dankbar für jeden kleinen Schritt, und wir freuen uns über jede Verbesserung", versichern die Eltern.
Florian Barnickel bezieht eine Rente, bekommt Geld aus der gemeindlichen Unfallversicherung. Jede Unterstützung ist nötig, denn das Wohnhaus der Familie soll behindertengerecht umgebaut werden.
Da ist der Scheck von "Hilfe für Helfer" hoch willkommen. 4000 Euro erhält die Familie Barnickel aus dem Sonderfonds "Hilfe für Helfer" des Landes-Feuerwehrverbandes. "Was wir leisten können, ist freilich nur ein Tropfen auf dem heißen Stein", betont Uwe Petz, Geschäftsführer des Landesfeuerwehrverbandes. Der Fonds speist sich aus Spenden und aus Einnahmen durch den Verkauf einer kleinen Plüschfigur - des Feuerwehr drachens Grisu. Einen davon bekommt auch Florian Barnickel geschenkt.
"Wir leisten Zahlungen bei Dauerschäden und schweren Verletzungen oder auch bei Todesfällen im Dienst", erklärt Peetz. "Das, was wir machen können, steht natürlich in keinem Verhältnis zu den Verletzungen", betont Peetz. " Aber wir hoffen, dass die Folgen gemildert werden können und dass es weiter aufwärts geht."