Zwölf Meter lang und an den Balkenköpfen ziemlich verwittert. Der nächste Arbeitseinsatz des Frankenwaldvereins Grafengehaig will gut vorbereitet sein.

Klaus Hieke ist Wegewart des Vereins. Und damit zuständig dafür, dass die Wanderer aus Nah und Fern immer gute Bedingungen vorfinden. Will heißen: Ordentliche Wege, die vom Wildwuchs befreit sind und keine Löcher aufweisen; eine durchgehend verständliche Beschilderung; intakte Ruhebänke; und: sichere Brücken.

Sobald der Schnee weg ist

Schon seit April ("Sobald der Schnee weg ist") ist der 56-jährige mit seinen Mitstreitern unterwegs, um die 48 Kilometer Wanderwege im Zuständigkeitsbereich des Frankenwaldvereins Grafengehaig in Schuss zu halten. "Gemäht wird mehrmals im Jahr", erklärt Hieke. Wenn alles klappt, sind die Männer vom Frankenwaldverein dann zu dritt unterwegs. Zwei mähen rechts und links des Wanderweges, der dritte beseitigt das Schnittgut vom Weg. Für die Strecke zwischen der Neumühle und der Papiermühle braucht der Mähtrupp gut drei Stunden.

Im Vergleich zu einer Brückensanierung ist so ein Einsatz ein Klacks. "Zwei Wochenenden", so sagt Margitta Hieke, kostet eine solche Aktion. Die Obfrau des Vereins kann sich dabei auf tatkräftige Mitstreiter verlassen. Und dazu zählt sie auch manchmal die Männer vom gemeindlichen Bauhof. Die besorgen zum Beispiel den Schotter für Wegeinstandsetzungen und machen das Füllmaterial meist auch gleich breit, so dass ihr Mann Klaus und die anderen "Bauarbeiter" vom Frankenwaldverein schneller mit der "Heimatpflege", wie sie es nennt, vorankommen.

177 Mitglieder

177 Mitglieder zählt der Grafengehaiger Verein; etwa 30 davon nicht aus Grafengehaig, sondern "aus dem ganzen Bundesgebiet". Die einen haben im Oberland mal Urlaub gemacht und sind dem Verein beigetreten, andere haben eine Zeit lang dort gelebt und sind weggezogen. "Es ist schön, dass sie fördernde Mitglieder geblieben sind. Je mehr Mitglieder wir sind, desto mehr Beiträge bekommen wir. Und umso mehr mehr können wir anstellen", so Margitta Hieke.

"Anstellen ", das bedeutet in Grafengehaig allerdings nicht, Geld nach Lust und Laune auszugeben. Sinnvoll investieren, so lautet das Gebot der Stunde. Eine Motorsense zum Freischneiden der Wanderwege und der Wanderbänke war unlängst eine solche Investition.

Viel vorgenommen haben sich die Frankenwälder heuer mit dem Grafengehaiger Rundwanderweg. Die neun Kilometer lange Strecke soll für die Zertifizierung "Wanderbares Deutschland" angemeldet werden. Im Klartext bedeutet das für die Grafengehaiger die Wege-, Brücken- und Bankpflege. Und: Die komplette Erneuerung der Beschilderung nach den Neuregelungen des Hauptvereins. "Der Schilderwald im Wald soll beseitigt werden", erklärt die Obfrau und zeigt die neue Markierung, die einheitlich auf Aluplatten geklebt und dann mit Silikon oder maximal mit dünnen Alunägeln an den Bäumen befestigt wird. Je mehr Hinweise, desto größer die Platten.

Mehr als 200 neue Schilder

Über 200 solcher Schilder sind allein am Grafengehaiger Rundwanderweg vom Wegewart und seinen Mitstreitern anzubringen. Am 18 Kilometer langen Mühlenweg, den die Grafengehaiger zusammen mit den Kollegen der Ortsgruppe Presseck betreuen, sind es schon 350 Stück.

Die Grafengehaiger haben also gut zu tun. "Ein Vollzeitjob zum Nulltarif", formuliert Margitta Hieke. Denn ein Honorar bekommen die Ehrenamtlichen nicht. "Unser Lohn ist es, wenn die Wanderer ein Lob für den Zustand der Wege übrig haben", fügt sie hinzu. Dass ihr dieser Job zuviel werden könnte, glaubt sie nicht. Margitta Hieke hat schon zahllose Operationen hinter sich und nennt ihre Tätigkeit für den Verein inzwischen ihren persönlichen "Lebensrettungsanker".

Klaus Hieke und Klaus Keil haben ihr Aufmaß an der Brücke erledigt. Um das Bauwerk noch einige Jahre zu erhalten, sind sie übereingekommen, die schadhaften Balkenköpfe mit Bohlen abzudecken. Vielleicht haben sie Glück, und der Einsatz dauert diesmal nicht wieder zwei ganze Wochenenden.