Was war in der Mälzerei, die der Firmengruppe Ireks gehört, in Kulmbach aber immer noch als Mälzerei Meußdoerffer bezeichnet wird, passiert? Wie Ireks-Geschäftsführer Stefan Soiné gestern mitteilte, hat gegen 5 Uhr wohl eine erst vor vier Wochen bei der Dacherneuerung von einer Fremdfirma falsch ausgeführte Dachdurchführung eines Edelstahlkamins den Brand verursacht. Das offenbar ebenfalls nicht geeignete Dämmmaterial habe Feuer gefangen. Ein Arbeiter habe die Rauchentwicklung entdeckt und zunächst versucht, das Feuer selbst zu löschen. Als er das Ausmaß erkannt hat, hat er laut Soiné folgerichtig gleich die Feuerwehr alarmiert.

Dass der Arbeiter richtig reagiert hat, stellte auch Stadtbrandinspektor Michael Weich fest, der die Einsatzleitung hatte. "Er hat den Brand gemeldet, als die Rauchmelder noch gar nicht angeschlagen hatten." Es sei dem Mitarbeiter zu, dass kein größerer Schaden entstanden ist.

Mit schwerem Atemschutz

Die Feuerwehr, die die Brandbekämpfung in der Halle und mit der Drehleiter auch von außen vorgenommen hat, habe die Lage schnell im Griff gehabt. "Schon nach 15 Minuten gab es kein offenes Feuer mehr", sagte Weich, der mitteilte, dass bis 7.30 Uhr Nachlöscharbeiten durchgeführt wurden. Von den 58 Wehrleuten seien 16 mit schwerem Atemschutz im Einsatz gewesen. Auch das THW und der Rettungsdienst sowie die Stadtwerke und die Eon, die den Strom abgeschaltet haben, waren im Einsatz. Das Großaufgebot sei folgerichtig gewesen, weil es sich um einen Brand in einer Industrieanlage gehandelt hat, so Weich. Da die Fahrzeugflotte teils vor der Mälzerei stand, kam es kurzzeitig zu Verkehrsbehinderungen in der Meußdoerffer-Straße und im Bereich der Schauer-Kreuzung.

Froh darüber, dass keine Person verletzt wurde, ist man bei der Firma Ireks. Die Höhe des Schaden beziffert Stefan Soiné auf 30 000 Euro. Gestern konnte in der Malzrösterei nicht gearbeitet werden. "Der Produktionsausfall hält sich aber in Grenzen", so der Geschäftsführer.