Sie rollen mit ihren Motorrädern durchs Land und unterstützen die Wahlkämpfer an 46 Orten mit öffentlichkeitswirksamen Auftreten. Die FDP-Landtagsmitglieder aus Sachsen mit dem Landes- und stellvertretenden Bundesvorsitzenden Holger Zastrow starteten in Dresden und trafen sich mit dem Kulmbacher FDP-Landtagskandidaten Thomas Nagel im Dobrachtal. Aktuelles Thema waren eine Tourismusschule und eine Tourismuscard - nicht nur für Kulmbach, sondern für die gesamte Region. Auch grenzübergreifend.

Schon 2009 hatte Thomas Nagel im Wahlkampf die Idee ins Spiel gebracht, in Kulmbach eine Tourismusschule zu etablieren. Nun soll das Thema noch einmal aufgegriffen werden. "Der ideale Ort wäre sicherlich die Plassenburg. Und die Tourismusschule sollte für Kronach und Kulmbach sein", schwebt Nagel vor. Schützenhilfe bekommt er dabei von dem Kronacher FDP-Mann Björn Cukrowski, persönlicher Referent des FDP-Landtagsabgeordneten Thomas Hacker.

Kronach oder Kulmbach?

Denn kürzlich sei Kronach versprochen worden, die Finanzfachschule Herrsching dort anzusiedeln. Auch eine Tourismusschule sei im Gespräch gewesen. "Aber es ist noch nichts in Stein gemeißelt, die Tourismusschule könnte auch in Kulmbach etabliert werden", so Cukrowski.

Die Tourismusschule wäre ein Angebot für alle Berufe aus dem Bereich Gastronomie und Hotellerie. Ein wichtiges Thema der Weiterbildungen wäre das Marketing. Realisiert werden könnten die Schule bis zum Jahr 2016, meint Nagel. Platz wäre auf der Plassenburg vorhanden.

Überhaupt könne die Region in Sachen Marketing noch viel lernen, erklärt Nagel. Er möchte dafür eintreten, dass die Region nicht nur zur Motorradsternfahrt für Biker attraktiv ist. Sehr förderlich wäre außerdem eine Tourismuscard, die Wellness einrichtungen, den öffentlichen Personennahverkehr und Museen umfasst - nicht nur in der Region Kulmbach, sondern im gesamten Frankenwald, im Fichtelgebirge und in der Fränkischen Schweiz. Auch Thüringen und Tschechien könnten eingebunden werden.

Zastrow, selbst Werbe- und Marketingexperte, unterstützt diese Idee. Er betreut mit seiner eigenen Agentur den Dresdener Striezelmarkt und den Augustusmarkt Dresden. "Wir dürfen nicht nur an die ausländischen Gäste denken, sondern müssen unsere Angebote auch in der Nachbarschaft bekannt machen."

Weg mit dem "Soli"

Die FDP-Biker sind schon das zehnte Mal unterwegs, "aber zum ersten Mal in diesem Umfang", sagte Zastrow, begeisterter Motorradfahrer schon zu DDR-Zeiten. Die Tour in diesem Jahr führt über 3000 Kilometer und dauert zehn Tage. 70 Begegnungen sind geplant, und immer sind zwischen acht und 17 Biker mit von der Partie. Mit gelben FDP-Motorrädern. Von Kulmbach aus ging es weiter über Nürnberg, Regensburg und München bis nach Garmisch. Dort steht ein Ausflug mit Martin Zeil auf die Zugspitze auf dem Programm.

"Die drei schwarz-gelben Länder Hessen, Bayern und Sachsen müssen zusammenhalten", sagt Zastrow. Und obwohl er aus Sachsen kommt, fordert er eine Abschaffung des Solidaritätszuschlags. "Wir in Sachsen möchten uns vom Nehmerland zum Geberland entwickeln. Leistung muss sich lohnen, auch auf Landesebene. Wir verstehen, wenn sich Bayern ärgert, dass es sich einige Länder bequem machen und die anderen zahlen müssen."