Die Dreifaltigkeitskirche in Bad Berneck: helles Mobiliar, viel Licht dank großer Fenster, unaufdringliche Gold-Applikationen an den Säulen und der Decke. Ein wohltuendes Ambiente. "Ja, es ist eine sehr schöne Kirche", sagt Evamaria Peter und steigt hinauf zur Empore. Dort steht die Orgel, ihr künftiger Hauptarbeitsplatz. Denn seit 2. September ist die 27-jährige Bayreutherin neue Dekanatskantorin für Bad Berneck und Thurnau.

Schon als Kind musikalisch

Die Musik wurde ihr - fast - in die Wiege gelegt. Seit dem vierten Lebensjahr sind Noten für die gebürtige Münchnerin keine Hieroglyphen. Musikalische Früherziehung, Geigenunterricht und singen im Kinderchor machte ihr viel Spaß. "Ungefähr mit 14 dachte ich, ich müsste mal eine Orgel ausprobieren", erinnert sich Evamaria Peter, die dann auch für die Königin der Instrumente regelmäßig Unterricht nahm. Ihre Lehrerin lud sie eines Tages zu den Infotagen an der Hochschule für Kirchenmusik in Bayreuth ein. "Das hat mich so begeistert, dass ich das studieren wollte."

Vier Jahre später absolvierte Evamaria Peter mit Erfolg die B-Prüfung, der sie einen Aufbaustudiengang Dirigieren und Blockflöte folgen ließ. An der Christuskirche in München absolvierte sie dann ihr Praxisjahr zur Berufseinführung.

Von ihrem Vorgänger und Studienkollegen Paul Bars, der sich beruflich neu orientiert hat, erfuhr die 27-Jährige von der frei gewordenen Stelle. Sie bewarb sich - und wurde angenommen. 60 Prozent ihrer Arbeitszeit wird sie künftig in Bad Berneck verbringen, 40 Prozent in Thurnau, wo sie auch 15 Mal im Jahr den Organistendienst übernehmen wird. In der Fichtelgebirgsstadt gehören die Leitung der Kantorei sowie die Betreuung des Kinderchores und des Posaunenchores zu ihren Aufgaben, in Thurnau kümmert sie sich um einen Erwachsenen- einen Kinder- und einen Jugendchor. "Wenn nebenamtliche Kirchenmusiker irgendein Problem haben, dann bin ich die erste Ansprechpartnerin", beschreibt Evamaria Peter ihr Tätigkeitsfeld.

Das damit freilich nicht endet: Denn als Kantorin muss sie auch ein Auge auf alle Orgeln in ihrem Bereich haben und - im Einvernehmen mit dem zuständigen Orgelsachverständigen - etwa bei Um- oder Neubauten von Instrumenten beratend tätig sein. Schließlich gehört es auch zu ihren Aufgaben, alles Finanzielle zu regeln, zu organisieren, Werbung zu machen oder Einladungen zu versenden.

"Ich fühle mich wohl hier"

Bei zwei Dekanaten ein enormes Pensum, das Paul Bars bei seinem Ausscheiden als Kantor nicht unkritisch kommentierte. Hat Evamaria Peter Angst vor dieser Doppelbelastung? "Ich wusste, worauf ich mich einlasse, als ich mich um die Stelle beworben habe", sagt sie mit einem Lächeln und vergibt gleich ein Lob an ihre Kollegen: "Ich bin seit 2. September hier. Mit gefällt es gut, und ich fühle mich wohl. Man bekommt auch wirklich alle Hilfe - sei es von den Dekanen oder den Sekretärinnen. Da mach' ich mir keine Sorgen, dass ich alleine dastehe."

Um 19 Uhr beginnt am Freitag der Einführungsgottesdienst in der Dreifaltigkeitskirche - mit einem vielseitigen musikalischen Programm, wie die 27-Jährige verspricht: "Die Kantorei Bad Berneck, der Gospelchor aus Thurnau und ein gemischter Chor der Christuskirche München sind dabei, außerdem spielt der Dekanatsposaunenchor."

Und natürlich werden sich die Gottesdienstbesucher auch vom Können der neuen Dekanatskantorin an der Orgel überzeugen können.