Vor der Stippvisite in Presseck trug sie sich bei einem kleinen Empfang im Pressecker Rathaus ins Goldene Buch des Marktes ein. Monika Hohlmeier nutzte das Zusammentreffen mit Politikern und Vertretern der Vereine im Pressecker Rathaus, um über ihre Arbeit zu sprechen. "Am meisten Sorgen machen uns nicht die Länder, die schon in der Finanzkrise stecken, sondern Frankreich und England sind unsere großen Sorgenkinder." Kopfzerbrechen bereite auch die Jugendarbeitslosigkeit.

Mit dem Thema Bundeswehr und Sicherheitspolitik beschäftigte sich Hohlmeier dann bei ihrem Vortrag "Verbindung der inneren und äußeren Sicherheit. Brauchen wir eine europäische Armee?" im ATS-Sportheim in Wartenfels, wo sie sich auch den Fragen von infranken.de stellte.

Wie lässt sich die innere und äußere Sicherheit denn verbinden?
Monika Hohlmeier: Die Außenpolitik trägt jetzt schon eine starke europäische Komponente. So wird derzeit ein europäischer auswärtiger Dienst aufgebaut und der wird in Zukunft immer wichtiger werden. Wir haben den Etat um vier Prozent aufgestockt und das wird nicht das Ende sein. Denn es geht auch um Schutz von Diplomaten und solche Dinge.

Brauchen wir eine europäische Armee?
Also, um eine europäische Armee in Deutschland zu realisieren, bräuchten wir die Zustimmung des Volkes, denn dann müsste die Verfassung geändert werden. Aber was wichtig wird, ist eine enge Zusammenarbeit in den Bereichen Logistik, Transport. Auch Spezialisten aus Deutschland werden in Zukunft an Krisenschauplätze geschickt werden. Wir haben derzeit schon 300 Deutsche in der Türkei. Aber auch nach Afrika, Afghanistan und in den Irak muss man Soldaten entsenden können.

Sind die deutschen Soldaten denn auf solche Auslandseinsätze gut vorbereitet?
Ja, die Soldaten sind spezialisiert. Aber manchmal stoßen wir mit unserer Ausstattung an die Grenzen dessen, was machbar ist. Deshalb ist es wichtig, dass die Bundeswehr gut ausgerüstet ist und dass beste Waffensysteme und Flugtechnik verfügbar ist.

Und welche Rolle kommt den Reservisten zu?
Ohne die Reservisten ginge gar nichts. Denn in einem Katastrophenfall sind die Reservisten auch kurzfristig einsetzbar. Bei Auslandseinsätzen aber sind Berufssoldaten gefragt. Für die Reservisten wird es in Zukunft neue Aufgaben geben, und man wird neue Dinge diskutieren müssen. Zum Beispiel war nach dem 11. September die Diskussion, ob man ein Flugzeug, in dem Menschen sind, abschießen muss oder kann - auch im Inland. Das sind schwere Diskussionen und Fragen, die nicht leicht zu beantworten sind. Aber es ist wichtig, dass diese Dinge diskutiert und entschieden werden, denn solche terroristischen Bedrohungen sind eine Bedrohung von Tausenden von Menschen. Was machen wir zum Beispiel, wenn ein Angriff auf ein Atomkraftwerk erfolgt oder wenn eine großangelegte Sicherheitsattacke auf die IT-Systeme geplant ist?

Aber nicht immer laufen Auslandseinsätze problemlos ab?
Nein, die Bundeswehr hat aus den ersten Einsätzen in Afghanistan wichtige Lehren ziehen müssen. Wir haben Soldaten, die unter posttraumatischen Erkrankungen leiden, weil sie mit den Gefahren existenzieller Art, mit den unglaublichen Geschehnissen dort und mit der Gewalt nicht zurecht gekommen sind. Wir sind zum ersten Mal mit solchen schweren Dingen konfrontiert, und es ist wichtig, dass die Soldaten solche Folgen aktiv angehen und dass sie psychotherapeutische Hilfe bekommen.

Wie sehen Sie die Akzeptanz der Bundeswehr?
Die Bundeswehr genießt in aller Welt größten Respekt. Die deutschen Soldaten gelten als hilfsbereit, respektabel und gerecht. Durch die Einsätze hat sich die Bundeswehr wirklich weltweit Respekt verschafft und einen guten Ruf erarbeitet.