Ihre Kritik macht die SPD-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete insbesondere an der Person des Ministerpräsidenten Horst Seehofer fest. Der glänze durch ständige Kurswechsel, betont sie und nennt das Beispiel Gleichstrompassage. Seehofer tue so, als habe er erst jetzt von den Plänen erfahren. Dabei seien sie ihm nachweislich seit drei Jahren bekannt. Immerhin habe das Land Bayern seine Kompetenz dafür an die Bundesnetzagentur abgetreten und Seehofer sogar gegen die Möglichkeit einer Erdverkabelung gestimmt.

Für die Landtagsvizepräsidentin ist es in jedem Fall unerlässlich, konkrete Mindestabstände festzulegen. "Da brauchen wir die 10H-Regelung", sagt sie in Abspielung auf den Alleingang Seehofers bei den Windrad-Abständen. Oberfranken habe in Sachen Energiewende längst seine Hausaufgaben gemacht, "bei uns stehen schon fast 150 Windräder".

Dass Seehofer nun ein Moratorium vorgeschlagen hat, sieht Inge Aures als reines Täuschungsmanöver. "Wenn die Kommunalwahlen und dann die Europawahlen vorbei sind, dann wird die Gleichstrompassage wieder Thema." Und weiter: "Seehofer steht auf der Bremse. Der will doch gar keine Energiewende."

Den Wähler angelogen habe der Ministerpräsident auch vor den Landtagswahlen 2013, denn nachweislich habe er bereits zum 1. August 2013 773 Lehrerstellen gestrichen.

Die Filzokratie

"Die Indianer wissen ja gar nicht mehr, was sie noch machen sollen, so schnell dreht sich Häuptling Seehofer", sagt sie und macht an zahlreichen Politikernamen (die künftig ohne Doktortitel geschrieben werden müssen) deutlich, "welche Granaten wir in der Regierung hatten". Nicht nur am Beispiel der Affäre um Landrat Jakob Kreidl ("Der Sparkassenschmarotzer") oder der Landesbank ("Im Aufsichtsgremium saßen nur CSU-ler") macht sie fest, dass es sich bei der angeblich erfolgreichen Politik der CSU vielfach um Filzokratie handele. Und bekommt dafür viel Applaus.

Ortsvereins- und Stadtrats fraktionsvorsitzender Ingo Lehmann plädiert beim Treffen im "Weberhof" vor allem für mehr Bürgerbeteiligung in der Stadtpolitik. Wichtige Anliegen seien der SPD der Bau eines Verkehrskreisels in der Mittelau, eine gute Kinderbetreuung ("Man muss den Leuten auch ganz offen sagen, wie die Schullandschaft in Kulmbach in Zukunft aussehen soll"), die Breitbandverkabelung ("Das gehört zur Grundversorgung in Neubaugebieten") und die Energiewende ("Kulmbach muss sich auch mal Gedanken machen, das Stromnetz in die eigenen Hände zu nehmen").

Die Genossen fordert er er abschließend ("Elf Tage geben wir noch Gas") auf, kräftig für die Arbeit und Ideen der Sozialdemokraten Werbung zu machen - "um das Beste für Kulmbach zu erreichen".