Vor allem die Pendler aus den Gemeindebereichen Grafengehaig und Presseck wird das freuen, denn sie nutzen die Strecke, die vor 28 Jahren ausgebaut wurde, als Abkürzung auf dem Weg nach Stadtsteinach oder Kulmbach.

"Das ist total super, dass die Straße jetzt grundlegend hergerichtet und nicht nur geflickt wird", sagt Maja Joel, die zusammen mit ihrem Mann Heiko Müller und den Kindern in der Neumühle wohnt.

Mehrere Monate gesperrt


Die Familie benutzt die Strecke fast täglich, um die Kinder zur Schule zu bringen. "Besonders wichtig ist es, dass die Straße auch im Winter befahrbar bleibt", ergänzt die 46-Jährige und spricht damit das Hauptproblem der zurückliegenden beiden Jahre an: Die Fahrbahn war zuletzt so marode, dass sich Wasser den Weg über die Strecke bahnte und dort gefror.

Die Stadt Stadtsteinach als Eigentümerin musste die Straße deshalb im Winter 2010/2011 gleich für mehrere Monate und 2011/2012 immer wieder tageweise sperren. Sehr zum Ärger der Pendler, die deshalb weite Umwege in Kauf nehmen mussten.

Das Vorhaben der Bürgermeister aus Stadtsteinach, Presseck und Grafengehaig, die Streckensanierung in einem Förderprogramm unterzubekommen, scheiterte trotz Unterstützung durch das Landratsamt Kulmbach.
Die Unterhaltslast ruhte somit weiter allein auf der Stadt Stadtsteinach. Und die hatte kein Geld, sofort gegen das Übel vorzugehen. Eine finanzielle Unterstützung durch die Gemeinden Presseck und Grafengehaig war auf Grund der schlechten Haushaltslage nicht abzusehen.


Knapp 50.000 Euro Kosten


Für dieses Haushaltsjahr konnte nun in Stadtsteinach Geld für das Projekt eingeplant werden. Knapp 50.000 Euro sind es, die die Sanierung der Strecke auf dem schlechtesten Wegstück von etwa 400 Metern Länge kosten wird.

Der Asphaltbelag wird in diesem Bereich abgefräst und sofort wieder als Unterbau verwendet. Besonders geachtet wird auf die Wasserführung, so dass die neue Asphaltschicht, die schon in der kommenden Woche aufgebracht wird, nicht erneut überflutet oder zerstört wird.

Dass die Baumaßnahme Sinn macht, daran hat der Stadtsteinacher Bürgermeister Roland Wolfrum keinen Zweifel. Dass aber die Stadt alleine für die Instandsetzung einer Straße aufkommen muss, die überwiegend von Bürgern anderer Kommunen benutzt wird, gefällt ihm verständlicherweise nicht besonders. "Da blutet das Herz des Finanzministers", formuliert Wolfrum, lässt aber nicht unerwähnt, dass die Strecke hinab ins Tal für eine Fremdenverkehrskommune wie Stadtsteinach natürlich von großer Bedeutung ist.


Nachbarn sind dankbar


Genau von diesem Standpunkt aus betrachtet der Grafengehaiger Bürgermeister Werner Burger die Angelegenheit. "Das ist die einzige befestigte Zufahrt der Stadt Stadtsteinach ins Steinachtal", sagt er und zeigt sich sehr dankbar, dass die Strecke nun in Ordnung gebracht wird. Die Nutzung als Transitstrecke sieht Burger im übrigen auch in umgekehrter Richtung,. "Es fahren ja auch Stadtsteinacher auf dieser Strecke ins Oberland."

Sehr zufrieden zeigt sich das Pressecker Gemeindeoberhaupt Siegfried Beyer über die Straßensanierung. Leider sei es in gemeinsamen Anstrengungen der drei Kommunen nicht gelungen, das Projekt gefördert zu bekommen. Die Strecke sei aber für Bürger aus seiner Gemeinde, die in Richtung Kulmbach fahren, sehr wichtig. Beyer hofft nun, dass die Straße auch im Winter benutzbar ist.