"Wenn man Sie spontan auffordern würde, ein ‚Rolex-Bier‘ zu brauen, welchen Charakter hätte dieser Gerstensaft?" Auf diese Frage musste Marcel Klinger aus Rugendorf nicht lange überlegen: "Ich würde ein Rotbier kreieren, weil es wie die Schweizer Uhrenmarke Exklusivität vermittelt. Es hätte einen dominanten Malzkörper mit einer feinen Hopfennote im Hintergrund."

Der 19-jährige Brauer und Mälzer aus Rugendorf, der bei der Kulmbacher Brauerei sein Handwerk erlernt hat, ist der 36. Rolex-Preisträger an der Hans-Wilsdorf-Berufsschule, wo er mit der Traumnote 1,0 glänzte. An seinem Handgelenk wird es in Zukunft ebenfalls glänzen: Rolex-Vertriebsleiter Joachim Mernyak gratulierte Klinger gestern bei der Abschlussfeier im Foyer der Schule zu seinem hervorragenden Abschluss. Zugleich schenkte er ihm eine Uhr der Nobelmarke.

Mernjak zeichnete in seiner Laudatio das Bild eines kontaktfreudigen und zuvorkommenden Schülers, der Tugenden wie Fleiß, Hilfsbereitschaft und Gewissenhaftigkeit an den Tag gelegt habe. Der Rolex-Preis ist für den jungen Mann ein "Meilenstein in seinem Leben".


"Ich werde zu Hause brauen"

An seinem Beruf als Brauer und Mälzer schätzt er die Vielseitigkeit: "Vom Sudhaus über den Gär- und Lagerkeller bis hin zur Filtration und Flaschenabfüllung - man arbeitet in so vielen unterschiedlichen Bereichen, dass einem nie langweilig wird." In letztgenannter Abteilung, in der Flaschen gefüllt, etikettiert und in Kästen verpackt werden, arbeitet der 19-jährige nach seiner Lehre. Darauf angesprochen, ob er nicht das Bierbrauen vermissen werde, sagte er: "Ich werde zu Hause brauen, um mein Wissen nicht zu verlieren."

Klinger sprach aber auch für alle Absolventen. In seiner Schülerrede hob er hervor: "Durch die abgeschlossene Berufsausbildung haben wir uns den Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft gelegt."


Insgesamt sechsmal 1,0

Insgesamt wurden 363 Schüler verabschiedet. Klinger war nicht der einzige, der an der Berufsschule mit der Traumnote 1,0 glänzte. Neben ihm gelang noch fünf weiteren Schülern das Kunststück. Bei der Entscheidung, wer den Rolex-Preis erhält, zählt nicht nur der Notendurchschnitt, sondern es werden auch Kammerergebnis, Vorbildung und soziales Engagement berücksichtigt.

69 Schüler haben nicht nur ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen, sondern zudem auch den Abschluss der Mittleren Reife erworben. Ein besonderes Zertifikat erhielten Katharina Schott, Benjamin Morales, Semra Fischer (alle Hans-Wildsdorf-Berufsschule), Vanessa Schielke und Yusuf Yilmarz (beide Fachoberschule Kulmbach) aus den Händen von Studiendirektor Christof Pöhlmann: den Euro-Mobilitätspass.


Praktikum in Bursa

Die Schüler hatten ein Auslandspraktikum an der Partnerschule "Tophane Meslek Lise" im türkischen Bursa absolviert. Die darin erworbenen Kompetenzen werden im Euro-Mobilitätspass zertifiziert.

"Fokussieren sie sich auf einen Bereich, für den sie sich begeistern", sagte Schulleiter Alexander Battistella. Landrat Klaus Peter Söllner, der auch für die Vizepräsidentin des Bayerischen Landtages, MdL Inge Aures, und Kulmbachs zweiten Bürgermeister Ralf Hartnack gesprochen hatte, bescheinigte den 363 Absolventen, Großartiges geleistet zu haben. Diplom-Religionspädagoge Peter Wilm ermunterte die jungen Leute, auch mal abzuschalten.

Mit einer witzigen Ode an Landrat Klaus Peter Söllner überraschten Karsten Friedrich (Gesang und Piano) und Peter Übelmesser (Saxophon und Klarinette) von der Gruppe "Barfly" zum Abschluss die Zuhörer: "K.P. Söllner Du wirst niemals untergehen, weil Du in guten wie in schlechten Zeiten immer zu der Schule stehst", sangen beide voller Inbrunst.


Die Preisträger

Rolex-Preis: Marcel Klinger (1,0/Rugendorf/Brauer und Mälzer/Kulmbacher Brauerei).

Staatspreis der Regierung von Oberfranken (jeweils 75 Euro): Uwe Hergenröther (1,0/Bad Kissingen/Fachkraft für Lebensmitteltechnik/Kühne KG in Sennfeld), Jan Palubitzki (1,1/Himmelkron/Berufskraftfahrer/Emons Transporte in Himmelkron) und Theresa Keilhammer (1,1/Neunburg vorm Wald/Fachkraft für Lebensmitteltechnik/Lorenz Bahlsen Snack-World in Neunburg vorm Wald).

Preis des Landkreises Kulmbach (jeweils 50 Euro): Marvin Fronz (1,0/Nürnberg/Technischer Systemplaner/Süss Beratende Ingenieure GmbH & Co. KG Nürnberg), Paul Taubenreuther (1,0/Himmelkron/Glen Dimplex Deutschland in Kulmbach), Amelie Brehm (1,0/Kulmbach/Industriekauffrau/Frenzelit Werke in Himmelkron), Lukas Küfner (1,1/Mainleus/Industriekaufmann/Kulmbacher Brauerei) und Martina Kaiser (1,0/Burgkunstadt/Technische Systemplanerin/Technoplan GmbH Marktrodach).

Buchpreis für die Klassenbesten: Annika Landskron (Neuenmarkt/Tischlerin/Bodenschlägel GmbH in Rugendorf), Arabella Graß (Lichtenfels/Fleischerin/Fischer Fleischwaren AG Bamberg), Nadine Süß (Stadtsteinach/Kauffrau im Einzelhandel/Netto Markt in Stadtsteinach), Sebastian Gredlein (Rugendorf/Beton- und Stahlbetonbauer/Dietz-Bau in Weismain), Michael Wex (Möhrendorf/Brauer und Mälzer/Keesmann Brauerei in Bamberg), Lisa Kraus (Burgkunstadt/Kauffrau für Büromanagement/Verkehrsinstitut Bayern GmbH in Kulmbach), Felix Feulner (Schwarzenbach am Wald/Karosserie- und Fahrzeugbauer /Hans Kotschenreuther GmbH in Wallenfels), Lucas Siniawa (Hof/Bauzeichner/Architekturbüro H.-J. Wittig in Hof), Julia Ambrosch (Bad Staffelstein/Berufskraftfahrerin/Sitzmann Transporte in Eggolsheim), Peter Schmidt (Sugenheim/Berufskraftfahrer/Spedition Michael Leopold in Würzburg) und Tamara Reinhold (Stockheim/Floristin/Gärtnerei Ewald in Mitwitz).