Es war eigentlich von vornherein klar, dass die Nachbesprechung zum Thema "Hupfer-Areal" in der ersten Sitzung des Ködnitzer Gemeinderates am Montagabend nicht noch einmal eine "Rolle rückwärts" zur Folge haben wird. Dennoch wurde gut eine Stunde noch einmal hin und her diskutiert, nachdem Bürgermeister Stephan Heckel-Michel (CSU) den ganzen Vorgang noch einmal chronologisch aufgezeigt hatte.

Im Februar 2017 habe sich der Gemeinderat mit der Förderoffensive Nord-Ost-Bayern (zur Beseitigung von Leerständen in den Kommunen) auseinandergesetzt und entschieden, eine Projektanmeldung für das Hupfer-Areal vorzunehmen - mit einem Kostenvolumen von 1,2 Millionen Euro. Kurz darauf gab es vom Amt für Ländliche Entwicklung in Bamberg grünes Licht für eine Förderung des Projekts. Es wurde ein Architekturbüro beauftragt, erste Plan-Entwürfe mit Kostenermittlungen zu fertigen; dabei kam man auf Kosten in Höhe von 1,8 Millionen Euro. Der Plan sah vor, die Gaststätte und das Mietshaus abzureißen und den "Hupfer-Saal" zu revitalisieren.

Im Gemeinderat bestand Einigkeit darüber, wie Bürgermeister Heckel-Michel betonte, dass der Kauf des Areal erst nach der endgültigen Förderzusage erfolgen sollte. Zudem wollte man auch das Ergebnis der Besprechung hinsichtlich eines Nutzungskonzeptes abwarten. In der Februar-Sitzung vergangenen Jahres wurde das Projekt schließlich im Gemeinderat vorgestellt. Die Räte beschlossen, dass der Eigenanteil der Gemeinde Ködnitz 300 000 Euro nicht übersteigen dürfe. Bürgermeister Stephan Heckel-Michel weiter: "In einer weiteren nichtöffentlichen Sitzung war sich der Gemeinderat nochmals darüber einig, dass das Areal erst nach der Förderzusage gekauft werden soll, und er war sich bewusst, dass es zwischenzeitlich auch anderweitig verkauft werden könnte." Die Dauer des ganzen Verfahrens sei nicht zuletzt der Größe des Projektes geschuldet, immerhin gehe es neben dem Gemeindeanteil um Steuergelder in Höhe von mindestens 1,5 Millionen Euro.

Bürgermeister Heckel-Michel: "Nachdem nun ein Käufer das Hupfer-Areal übernommen und die Absicht erklärt hat, zunächst das Wohngebäude zu sanieren und die Wohnungen anschließend zu vermieten, ist die Zielrichtung der Förderoffensive erfüllt. Es ergibt sich daher für mich keine Notwendigkeit, an den neuen Besitzer heranzutreten, um das Areal doch noch zu erwerben, wie es in der Bürgerversammlung als Antrag formuliert wurde." Der Bürgermeister abschließend: "Ich denke, das Vorgehen des Gemeinderates ist für jeden nachvollziehbar und von hoher Verantwortung für die Gemeinde geprägt. Ich bitte deshalb alle, nach vorne zu schauen und die vor uns liegenden Aufgaben vorurteilsfrei anzugehen."

Michael Heisinger (Rangen) machte deutlich, dass es sich der Gemeinderat nicht leicht gemacht habe, aber die "Katze im Sack" wollte er nicht kaufen, und deshalb mussten auch noch viele Details geklärt werden. "Keiner hat damit gerechnet, dass plötzlich ein Käufer auftaucht. Das haben wir verkehrt eingeschätzt, aber ansonsten bin ich mir keiner Schuld bewusst."

Willi Kolb (SPD) sagte: "Für mich ist ein Traum zerplatzt." Kolb weiter: "Der Saal wäre für Ködnitz und die gesamte Region ein Aushängeschild gewesen."

Reinhard Kortschack (FW) verwies auf eine Aussage der Vereinsvertreter aus der Gemeinde Ködnitz, die bei der Besprechung zum Nutzungskonzept klar zum Ausdruck gebracht hatten: "Wir brauchen das nicht!" Kortschack wagte auch die Aussage, dass 97 Prozent der Bevölkerung in der Gemeinde Ködnitz die Einrichtung nicht für notwendig halten würden.

Dritter Bürgermeister Heinz Mösch (CSU) sah die Gemeinde Ködnitz in der Pflicht, auch für eine Weiterentwicklung zu sorgen. Der "Hupfer-Saal" wäre dafür prädestiniert gewesen, zumal die "Buschklopfer" zugesagt hatten, die Hälfte der jährlichen Betriebskosten zu tragen. Die Gemeinde habe nicht den Mut und nicht die Kraft gehabt, das Projekt der Bürgerschaft zu "verkaufen".

Anita Sack (FW) sagte: "Wir haben es uns alle nicht leicht gemacht, aber wir müssen die Dinge akzeptieren und nach vorne schauen."