Nein, Christo war das nicht. Pressspanplatten passen auch nicht zum Maitre de Verpackung. Verhüllt hat die alte Turbine eine Baufirma, um sie bei den Abbrucharbeiten vor herabfallenden Teilen zu schützen. Die AEG-Maschine ist die letzte, die die wechselvolle Geschichte des Areals überstanden hat. Sie soll später ein Hingucker werden, wenn das Turbinenhaus der Kulmbacher Spinnerei als Schauplatz für Kunst und Kultur diverser Ausprägungen dient.

Oberbürgermeister Henry Schramm breitet seine Arme aus. "Ich kann mir das schon plastisch vorstellen: Um die Turbine herum eine Bar, Menschen unterhalten sich oder lauschen Musik. Das Leben pulsiert inmitten dieser einstigen Brache, ein Treffpunkt im Industrie-Look, der Geschichte und Moderne vereint." Am Brückenkran, der mitten über den Köpfen baumelt, könnte ein dekorativer Lüster hängen und die Szenerie illuminieren. "Hier lässt sich etwas verwirklichen, was garantiert nicht jede Stadt vorweisen kann. Etwas, wovon unsere Bürger und Gäste gleichermaßen profitieren."


Noch ein weiter Weg

Doch bis zur ersten Veranstaltung in diesen Hallen ist es noch ein langer Weg. 2013 erwarb die Stadt das Ensemble. Aktuell ist die Entkernung abgeschlossen, wie Hochbauamtsleiter Bernd Ohnemüller erläutert. "Das zum teil unsachgemäße Vorgehen der Vorbesitzer hat leider weitere Schäden verursacht, die es zu beheben galt."

Die statische und rohbaumäßige Ertüchtigung läuft. Dafür wurde eine Stahlbetondecke eingezogen, die teilweise als Galerie ausgeführt wurde und eine künftige Raumnutzung auf zwei Ebenen erlaubt. Unbedingt nötig sein werden die Betonsanierung der Dachdecke sowie die Erneuerung der Dachhaut sowie der Einbau neuer Fenster.

Der Zeitplan ist durchaus ehrgeizig: Bis Mitte 2019 soll die erste Teilsanierung abgeschlossen sein. Allein dafür sind als Budget rund 2,1 Millionen Euro veranschlagt.