Bekommt der Markt Marktschorgast einen Brunnenweg? Diese Frage stellt sich zumindest nach der Spendenübergabe der Sparkasse Kulmbach-Kronach, die traditionell zum Jahresende ihr Füllhorn über die Vereine ihrer Gewährsträgergemeinde ausschüttete: Stolze 12.250 Euro konnten Gebietsdirektor Frank Baumgartner und der Marktschorgaster Geschäftsstellenleiter Ronny Metzner im Sportheim als vorweihnachtliche Bescherung übergeben.

Allein 4000 Euro - eine Sonderspende - fließt diesmal in die Kasse des Verkehrs- und Verschönerungsvereins. Über die Verwendung der Gelder bestimmt nämlich der Gemeinderat. "Ich freue mich, dass unserem Antrag entsprochen wurde und der Gemeinderat uns mit 4000 Euro für die Sanierung des Waldspringbrunnens bedacht hat", sagte Vorsitzender Norbert Müller. "Letztendlich kommt unsere Aktion dem Flair der Marktgemeinde zugute."

Die Aktion heißt "Sanierung des Waldspringbrunnens". Nach dem vom Vorsitzenden geschilderten Vorhaben kann dabei fast von einer Neuanlage ausgegangen werden, denn nichts funktioniert mehr bei der idyllisch gelegenen Anlage, deren Umfeld ebenfalls neu gestaltet werden muss.

Überraschende Aussage

Für eine Überraschung sorgte Norbert Müller, als er durchblicken ließ, dass der Verein die Anlegung eines Brunnenweges in Erwägung zieht.

Ein solches Vorhaben wäre gar nicht ohne. Denn unermüdlich rinnen, plätschern, rieseln oder perlen zurzeit nicht weniger als zehn Brunnen in Marktschorgast. Zum Beispiel der "Kundnbrunnen" am Oberanger, der "Gänselieslbrunnen" im Unternanger und der "Stücklsbrunnen" am Fuß des Kapellenberges. Den hatten in den siebziger Jahren mit vereinten Kräften Konrad Beck, Max Beck und Erwin Will gebaut. Seit Juni 1984 rinnt, finanziert im Rahmen der Dorferneuerung, zwischen der Grundmühlstraße und den Anwesen Feulner und Limmer das Wasser über die aus der ehemaligen Bronzefabrik stammenden Mahlsteine. Einen aus einem Granitblock gehauenen "Brunnentrog" speist seit 1985 klares Wasser von der Weidiggasse kommend.

Sonderpreis beim Wettbewerb

Dann gibt es den Brunnen vor der ehemaligen Post. Ein Pumpbrunnen steht in der Nähe des Wiegehäuschens in der Hollergasse. Der Brunnen in Pulst wurde 1992 beim Kreiswettbewerb "Brunnen" mit einen Sonderpreis bedacht. Eine Zierde sind natürlich der Floriansbrunnen und der Brunnen am oberen Marktplatz. Einen Brunnen gab es in der Nähe der ehemaligen Ziegenburger Mühle (Anwesen Swoboda). Dieser könnte nach Ansicht von Norbert Müller ebenfalls wieder zum Plätschern gebracht werden. Wer sich in Marktschorgast noch genauer umschaut, findet in manchen Vorgärten weitere Brunnen: vom Springbrunnen nach dem Recycling-System angelegt bis hin zu dem Schachtbrunnen, die oft jedoch nur eine Attrappe sind.

Wenn der Brunnenweg Realität wird, dann wäre es in Marktschorgast natürlich auch an der Zeit, ein großes Brunnenfest zu feiern...

In den Genuss der Sparkassen-Spendengelder (Gebietsdirektor Frank Baumgartner: "Wir wollen wir das ehrenamtliche Engagement in den Vereinen, Verbänden und Organisationen vor Ort unterstützen") kam freilich nicht nur der Verkehrs- und Verschönerungsverein. Von der Förderung profitieren außerdem die Gemeinde selbst, die für 850 Euro Gesundheitsliegen in der Bade- und Freizeitanlage Goldbergsee anschaffen wird, der VdK-Ortsverband, der Bund Naturschutz, die Feuerwehr, die Wasserwacht-Ortsgruppe, der Gesangverein 1970, die Sanitätskolonne, die Dorfbühne, der Allgemeine Sportverein (ASV) Marktschorgast, die Schützengesellschaft, Evangelische und Katholische Kirchengemeinde, der Brauchtumsverein, der Kleintierzuchtverein, der Modellflugverein und die Siedlergemeinschaft.

Bürgermeister sagt Dank

Bürgermeister Hans Tischhöfer dankte auch namens der Vereine der Sparkasse Kulmbach-Kronach für die großzügige Spende. "Mit diesen Beträgen kann den Vereinen, die für das gesellschaftliche Leben in unserer Marktgemeinde einen außerordentlichen Beitrag leisten, finanziell unter die Arme gegriffen werden", stellte der Bürgermeister fest.