Der neue Trend in der Männerwelt ist das Barttragen. Das Haar im Gesicht steht für Männlichkeit. Es kann aber auch Probleme bereiten. Bei der Feuerwehr beispielsweise kann der Bart zur Gefahr werden.

"Das Tragen von Bärten ist für den Atemschutzgeräteträger sehr gefährlich und laut Feuerwehr-Dienstvorschrift 7 nicht erlaubt, weil durch den Bart die Dichtheit der Atemschutzmaske nicht gewährleistet werden kann", sagt Yves Wächter, Pressesprecher der Feuerwehren im Landkreis Kulmbach.

In der Dienstvorschrift der Feuerwehren ist festgelegt, dass Vollbartträger nicht als Atemschutzgeräterträger fungieren dürfen. Die Gefahr, die während des Einsatzes für die Feuerwehrleute entsteht, ist höher, als wenn ohne Atemschutz gearbeitet wird, bestätigt auch Joseph Alhanna, Leitender Arzt für Innere Medizin, Pneumologie und Beatmungsmedizin am Klinikum in Kulmbach.

Das Atemschutzgerät wird aber nicht bei jedem Einsatz der Feuerwehr gebraucht. "Atemschutz wird überall dort benötigt, wo Gesundheitsgefahr durch Atemgifte oder Sauerstoffmangel auftritt, zum Beispiel bei Gefahrgutunfällen, bei Bränden, bei der Rettung von Mensch oder Tier aus Schächten, Gruben und Silos oder bei Sauerstoffmangel", erklärt Yves Wächter.

Atemschutz dürfen nach Angaben Wächters in der Regel Feuerwehrfrauen und -männer tragen, wenn sie die geforderten Lehrgänge (Basismodul MTA, Truppmann, Sprechfunker, Atemschutzgeräteträger) mit Erfolg besucht haben, mindestens 18 Jahre alt sind und die arbeitsmedizinische Untersuchung G 26.3 bestanden haben. Ein Atemschutzgeräteträger muss sich für den Einsatz mit Atemschutz körperlich und geistig in der Lage fühlen und gesund sein.

Vor allem: Maximal darf der Atemschutzgeräteträger einen Ein-Tages-Bart haben.

"Aber natürlich dürfen auch Bartträger bei der Feuerwehr mitmachen", betont der Sprecher der Feuerwehren. Wer mindestens 16 Jahre alt und körperlich sowie geistig geeignet ist, darf Feuerwehrdienst leisten - bis er 65 Jahre alt ist.

"Für Früheinsteiger bieten einige Feuerwehren i Landkreis bereits die Aufnahme in sogenannte Kinderfeuerwehren an. Hier lernt man spielerisch ab dem Alter von sechs Jahren den Dienst in der Feuerwehr kennen. In der Jugendfeuerwehr im Alter von zwölf bis 18 Jahren wird man durch theoretische Ausbildung und praktische Übungen an den Einsatzdienst herangeführt", betont Wächter. "Ob Bartträger oder nicht ist hierbei völlig egal. Bei der Feuerwehr ist jeder willkommen!"

Interview mit Joseph Alhanna, Leitender Arzt für Innere Medizin, Pneumologie und Beatmungsmedizin am Klinikum in Kulmbach:

Welches gesundheitliche Risiko besteht für Atemschutzgeräteträger, wenn die Maske nicht richtig sitzt? Es besteht die Gefahr der Gasinhalation von Kohlenstoffdioxid und -monoxid. Dies kann zur Reizung der Atemwege führen. Eine Rauchgasvergiftung kann die Folge sein.

Was passiert beim Einatmen von diesen gefährlichen Gasen?

Wenn zu viel Gas eingeatmet wird, kann es zu einer Reizung der Atemwege kommen. Dabei verengen sich die Atemwege. Husten und Atemnot sind die Folgen davon. Im schlimmsten Fall kann es allerdings auch zur Bewusstlosigkeit kommen, wenn zu viel Gase in die Blutbahn gelangen. Man spricht von einer Rauchgasvergiftung.

Wie viel Inhalation ist notwendig, um solche Schäden zu erleiden?

Es gibt keinen einheitlichen Wert, der dies festlegt. Das ist abhängig von Intensität des Gases, der Länge der Inhalation und auch vom gesundheitlichen Zustand des jeweiligen Betroffenen. Auch das Alter und das Geschlecht spielen eine Rolle. So können bei anfälligen Menschen schon leichte Inhalationen reichen, um eine Rauchgasvergiftung zu haben.

Wie lange dauert die Heilung von solch einer Vergiftung - und kann es zu Folgeschäden kommen?

Auch hier gibt es keine eindeutige Zahl. In der Regel sind es zwischen 24 und 48 Stunden. Es gibt aber auch Fälle, die mehrere Wochen brauchen, um sich von der Rauchgasvergiftung zu erholen. Hier spielt eine Rolle, wie lange das Gas eingeatmet wurde. Wenn man die Vergiftung nicht komplett ausheilen lässt oder immer wieder eine Reizung erleidet, kann das zu einer chronischen Bronchitis führen.

Wie können sich Feuerwehrleute davor schützen?

Zum einen erfolgt vor Beginn der Ausbildung zum Atemschutzträger eine Untersuchung, bei der mögliche Vorerkrankungen ausgeschlossen werden sollen und die Tauglichkeit des jeweiligen Anwärters festgestellt werden kann. Zum anderen ist es sehr wichtig, dass die Atemschutzmasken zu 100 Prozent dicht sind. Denn wenn die Maske nicht vollständig dicht ist, erhöht sich die Konzentration des Gases noch mehr, als wenn man es in normaler Luft einatmen würde.