Das 9. Klosterspitzen-Festivals an Mariä Himmelfahrt ließ keine Wünsche offen. Chef-Organisator Philipp Simon Goletz hatte sich wieder nach Kräften bemüht, ein abwechslungsreiches und zugleich unterhaltsames Programm mit Akteuren aus der Region auf die Beine zu stellen. Der Besuch war grandios, nahezu 1000 Gäste waren gekommen.


Mit Glocken eingeläutet


Wie in den Vorjahren wurde der Abend mit einem mächtigen Glockenspiel der päpstlichen Basilika eingeläutet. Pater Allard und Landrat Klaus Peter Söllner dankte dem "Frankensima" für sein Engagement: "Er h hält viele nette Überraschungen für uns bereit", versprach der Geistliche einen festlichen, feierlichen und heiteren Abend.

"Der Besuch zeigt, dass dieses Festival mittlerweile Tradition geworden ist", betonte der Landrat. Er erinnerte an den Ursprung der Veranstaltung: "Ausgangspunkt war ja, dass das Kloster verkauft werden sollte. Es hat dann eine breite Gegenbewegung gegeben mit Professor Wolfgang Protzner an der Spitze."


Legendärer Bürgermeisterchor


Söllner ließ es sich nicht nehmen, den "legendären und unvergleichlichen Bürgermeisterchor" anzukündigen. "Ich bin als Landrat eminent stolz darauf, dass wir einen Bürgermeisterchor haben, der im Herbst auch auf Tournee geht. Seitdem die Bürgermeister gemeinsam singen, machen sie eine ganz andere Politik", scherzte er.

Auch zur Zukunft der Basilika äußerte sich der Landrat in seiner Eigenschaft als stellvertretender Vorsitzender des Förderervereins: "Wir haben noch viel vor in Marienweiher und wir freuen uns, dass diese Basilika nicht nur ein geistiges und christliches Zentrum ist, sondern dass viele Menschen gerne hierherkommen."

Auch Bürgermeister Franz Uome freute sich, dass das Klosterspitzen-Festival alle Jahre so viele Besucher anlockt.


Die Kirch' im Dorf lassen


Der Bürgermeisterchor unter der Leitung von Reinhard Holhut am Klavier überraschte mit einem neuen Lied in seinem Repertoire: "Schwarze Madonna". Im Frankenlied besangen die Kommunalpolitiker natürlich auch den Gnadenort Marienweiher: "Ein Aufschrei ging durchs Frankenland, es war doch nicht zu fassen. Die Retter kämpften Hand in Hand, um die Kirch' im Dorf zu lassen. Professor Protzner ging voran, mit sehr markanten Worten. Er wusste, was er sagen kann, man hörte es allerorten."

Philipp Simon Goletz bedauerte, dass es fast keine Handwerker mehr gibt: "Ohne Handwerk gäb' die Welt es nicht und wer's bezweifelt - im Vertrauen - der sollt' Mal in die Bibel schauen."

Ein gern gesehener Gast ist immer wieder Sonja Keil, die in ihrer "Helmetzer" Mundartlyrik mit verschiedenen Themen zu gefallen wusste: "Es sänn kana langa G'schichten und des setzt geistiga Beweglichkeit voraus."

Reinhard Witzgall, ebenfalls aus Helmbrechs, nutzte die Gelegenheit, seinen "fränggischen Frust" abzulassen: "Warum spill'n die im Radio nie amoll wos iber die Franggen?"


Ein Loblied auf die Franken


Bereits zum dritten Mal dabei waren die "Kirchbergsaiten" aus Helmbrechts. Sie hatten auch ein Loblied auf die Franken im Gepäck: "Denn unser Franken ist in Bayern ganz oben!"

Weiter ging es mit dem Heiner aus Bayreuth, der sich eigentlich als Sechsjähriger einen ganz anderen Beruf auserwählt hatte: Müll. Den Grund nannte er auch: "Dee Müllobfuhr, des is ka Froch, die ärbern ja bluß Donnerstoch."

Mit den "Red Lips" begrüßte der "Frankensima" eine neue Show-Hoffnung aus dem Kulmbacher Oberland. Angeführt von der Instrumentalpädagogin Julia Weiß aus Marktleugast zeigte sich die Gruppe mit Fenja Makosch, Cindy Thor, Maria Ramming, Sophie Henschel und Daniela Friedrich sehr selbstbewusst. Kleine Frage, die gut aussehenden Damen werden mit ihren Chansons die Unterhaltungsszene in der Region bereichern.

Für einen echten Höhepunkt sorgte dann noch die Gruppe "Quetschen-Rock" aus Selbitz. Sie begeisterte die Besucher mit fränkischer Volksmusik und bekannten Wirtshausliedern wie dem "Leipolds-Nickl".

Mit der gemeinsam gesungenen Volksweise "Kein schöner Land in dieser Zeit" fand das Klosterspitzen-Festival einen gelungenen Abschluss.