Er ist Rathauschef einer kleinen Gemeinde, hatte aber die Ehre, schon viele große europäische Staatsmänner empfangen zu dürfen: den früheren ungarischen Ministerpräsidenten Gyula Horn etwa, den einstigen deutschen Außenminister Hans-Dietrich Genscher, aber auch Erzherzog Otto von Habsburg. "Das waren schon besondere Ereignisse", sagt Dieter Schaar, der als Neudrossenfelder Bürgermeister alle zwei Jahre Gastgeber für eine Veranstaltung ist, bei der die Fördergesellschaft für Europäische Kommunikation (FEK) die Europamedaille Karl IV. an Politiker verleiht, die den europäischen Gedanken leben.

Seit 2002 Rathauschef

Dieter Schaar, der heute seinen 60. Geburtstag feiert, ist selbst ein gestandener Kommunalpolitiker. Dem Neudrossenfelder Gemeinderat gehört er als Freier Wähler seit 1984 an, von 1996 bis 2002 war er Stellvertreter von Bürgermeister Hans Bär (CSU), ehe er zu dessen Nachfolger gewählt wurde.

Der Gladbach-Fan

Wer nicht nur auf sein politisches Wirken blickt, der lernt einen Mann kennen, der vor allem eine große Leidenschaft hat: den Sport. Dieter Schaar hat früher selbst Volleyball gespielt, ist für die Fußballer des TSV Neudrossenfeld als Rechtsaußen und offensiver Mittelfeldspieler auf Torejagd gegangen. Als Zuschauer ist er bei den Landesliga-Heimspielen der Volleyballerinnen und Fußballer heute Dauergast. Er lässt sich auch so manche Auswärtspartie der ersten Fußball-Mannschaft nicht entgehen. Schaar, der ein eingefleischter Fan von Borussia Mönchengladbach ist, liebt die Stadionluft. "Wenn es sich auf Urlaubsreisen ergibt, schaue ich mir gerne auch Spiele in ausländischen Ligen an", sagt der Bürgermeister, der so auch schon die tolle Atmosphäre im Prinzenpark in Paris und in der Stamford Brigde, der Heimat des FC Chelsea, genossen hat.

"Liebenswürdiger Charme"

Schaar schwärmt aber nicht nur für den Fußball, sondern auch von seinem Neudrossenfeld. Die Gemeinde im Rotmaintal verfüge über einen liebenswerten Charme, sagt der Jubilar. Schaar ist in Unterwaiz und Heinersreuth aufgewachsen und der Liebe wegen ins Europadorf gezogen, in dem sich auch seine Frau Edda und Tochter Christina (17) wohlfühlen.
Beruflich war er als Verwaltungswirt FH über viele Jahre bei der Regierung beschäftigt, ehe er zum hauptamtlichen Bürgermeister gewählt worden ist. In Neudrossenfeld hat er in den vergangenen elf Jahren viele Projekte im Hauptort und in den vielen Ortsteilen mit angestoßen, die auch dafür gesorgt haben, dass die zwischen Kulmbach und Bayreuth günstig gelegene Gemeinde entgegen des landkreisweiten Trends keine Einwohner verloren hat.

Ein bedeutendes Projekt

Die größte und laut Schaar bedeutendste Maßnahme ist noch am Laufen. Die Sanierung des Hölzel-Areals, mit der der Ortskern wiederbelebt und attraktiver werde. Es sei eine einmalige Chance, die Neudrossenfeld ergriffen habe, betont der Bürgermeister, der stolz darauf ist, dass das Projekt bei Gesamtkosten von 7,5 Millionen Euro mit einem Eigenanteil von knapp über eine Million Euro "zu mehr als akzeptablen Konditionen abgewickelt werden kann".