Wer den beiden auf den Straßen in Kulmbacher Land begegnet, der tut das mit Respekt. Denn Jürgen und Hubert Eck transportieren in Diensten der Firma Schicker mit großen Lastwagen tonnenweise Gestein. Wer den beiden Stadtsteinachern in ihrem VW Sharan am Wochenende folgt, der wird überrascht. Denn dann sind die großen Rennstrecken der Republik und im benachbarten Ausland ihr Ziel. Jürgen und Hubert Eck sind Profi-Schrauber. Holen aus Motoren das letzte PS heraus. Bringen Piloten auf die Gewinnerspur.

Dass sich die beiden Stadtsteinacher einmal im Motor-Rennsport einen Namen machen würden, hat sich schon in jungen Jahren abgezeichnet. "Mit 17, 18 Jahren haben wir schon an Autos gebastelt", erinnert sich der 55-jährige Hubert Eck, der - aus heutiger Sicht - zunächst auf die "schiefe Bahn" geraten war. "Ich habe Fliesenleger gelernt", erzählt er über seinen Werdegang, auf dem er aber bald seinem zwei Jahre älteren Bruder Jürgen folgen sollte - als Kraftfahrer in Diensten der Harsteinwerke Heiß.

Die Begeisterung für den Motorsport, die Jürgen Eck durch eine Lehre als Kfz-Mechaniker vertiefte, konzentrierte sich bei beiden schon nach kurzer Zeit auf zwei Räder. Mit 350er und 500er Maschinen starteten sie bei Läufen zur Deutschen Meisterschaft und um den OMK-Pokal. Und hatten Benzin im Blut, wie Fachzeitschriften damals gerne über Rennfahrer schrieben.

Mang, Wimmer, Schumacher


Zehn Jahre lang waren sie bei Rennen auf dem Nürburgring, in Hockenheim oder den Flugplatzstrecken mit von der Partie. Der spätere fünffache Motorrad-Weltmeister Toni Mang und auch Rennprofi Martin Wimmer waren Kollegen. Dass ihnen einmal Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher als Super-Bike-Pilot ständig über den Weg fahren würde, konnten sie damals noch nicht ahnen ...

Seit 2010 schrauben Jürgen und Hubert Eck für das Team "Delta-Racing" des Österreichers Michael Grabmüller auf deutschen und europäischen Rennstrecken. In Schleiz ("Ich wollte eigentlich nur zuschauen") hatte der schnelle Bauunternehmer aus Wien den Kontakt zu den Profi-Schraubern aus Stadtsteinach gesucht.

200 PS aus 1000 Kubik


Seitdem sind die Brüder wieder im Geschäft. Und zwar kräftiger denn je. Denn Jürgen und Hubert Eck bestücken die futuristisch anmutende Rennmaschine mit einem Leistungsvermögen "um die 200 PS" aus einem Kawasaki-Motor. "Wir sehen dieses Jahr als Testphase, probieren jedes Rennen etwas Neues aus", erklärt Hubert Eck die Tatsache, dass das Team zwar immer wieder in Treppchen-Nähe unterwegs ist, aber noch mit Ausfällen zu kämpfen hat und derzeit in der WM-Wertung nur Platz zehn belegt.

Mehr zu dem Thema lesen Sie dieses Wochenende in der Bayerischen Rundschau.

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