Sieben Anwesen sind es im Gebiet "An der Zaubach", für die die Brücke den einzigen Anschuss an das Stadtsteinacher Straßennetz darstellt. Auf Grund des schlechten baulichen Zustands musste das Bauwerk schon vor Jahren sogar in der Belastungsbegrenzung auf drei Tonnen herabgesetzt werden. Die Folge: Die Anlieger mussten nicht nur ihre Mülltonnen hinauf an die Bundesstraße schleppen, sondern auch Sondergenehmigungen einholen, wenn beispielsweise Öl- oder Baustofflieferungen ins Haus standen. Der 55-jährige Unternehmer kann sich noch gut daran erinnern, dass für die Neueindeckung seines Hauses die Ziegeln sogar mit einem Kran über die Zaubach gehoben werden mussten.

Zerstörerisches Hochwasser

Das Hochwasser 2011 gab der Brücke dann den Rest: Das Bauwerk wurde regelrecht aus den Angeln gehoben, die Erneuerrung war nicht mehr aufzuschieben. Zwischenzeitlich hatten Bauer und seine Nachbarn die marode Konstruktion sogar mit Holzbohlen unterstützt. Nicht umsonst, wie sich beim Abbruch durch die Firma Günther-Bau zeigte: Die Eisenträger unter der Fahrbahn waren an zahlreichen Stellen durchgerostet und teilweise dünn wie Papier.

Im Juli hat die Brückenerneuerung nach den Plänen von Diplom-Ingenieur Thomas Spindler begonnen. Fast sechs Meter Stützweite und eine Fahrbahnbreite von 5,5 Metern misst das Bauwerk, das zu den Anliegergrundstücken hin aufgeweitet wurde, damit Lastwagen zufahren können.
Gleich miterledigt wurde im Zuge der Bauarbeiten die Erneuerung der Wasserleitung von der Bundesstraße her zu den Anwesen.

Dass die Anlieger trotz der Bauarbeiten ihre Häuser mit Fahrzeugen erreichen konnten, ist dem Entgegenkommen der Familie Schramm zu verdanken: Nachdem die Baufirma aus Betonrohren und Schotter einige Meter bachabwärts eine Behelfsquerung angelegt hatte, konnten die Anlieger über die Grundstück auf die Bundesstraße ausfahren.

Alles in allem wurden für die Arbeiten mehr als 250 000 Euro investiert, wie Bürgermeister Roland Wolfrum (SPD) erläutert. Das "All-inclusiv-Paket", wie es Wolfrum nennt, wird mit rund 125 000 Euro vom Staat bezuschusst, allein etwa 200 000 Euro der Gesamtkosten entfallen auf das Brückenbauwerk.