Ein Waldkindergarten fördert die Motorik, die Wahrnehmung, die Sprachentwicklung und nicht zuletzt das Immunsystem von Kindern, darin sind sich die Experten einig. An den Fuß des Patersbergs gekuschelt und in direkter Nachbarschaft zu Kühen, Schweinen und Schafen dürfen sich die neun Kinder des Waldkindergartens täglich in der freien Natur austoben. "Ursprünglich wollten wir uns ganz im Wald niederlassen, aber dieser Platz hier am Waldrand erschien uns sehr geeignet und er ist wirklich schön", sagte die Kindergartenleiterin Elfriede Sauer. Mit der Einrichtung des Waldkindergartens habe man unter anderem der großen Nachfrage von Eltern nachkommen wollen, "es werden immer mehr Kinder und wir wollen ungern jemanden ablehnen."

In den beiden Kindergärtnerinnen Anita Scheider und Sophia Kolb haben sich zwei Gruppenbetreuerinnen gefunden, die gerne bei Wind und Wetter mit den Kindern draußen unterwegs sind. Zurück zur Natur heißt das Motto in einer medienlastigen Gesellschaft. Für die Kinder war es anfangs eine kleine Umstellung. "Im Wald haben wir ja keine Spielsachen wie im Kindergarten, die Kinder müssen lernen, etwas mit sich anzufangen", erklärte Anita Scheider aus dem Alltag im Waldkindergarten. Zuerst seien sie irritiert gewesen, doch schnell wurde alles ins Spiel einbezogen.

Respekt vor der Natur

"Wir fördern die Ehrfurcht und den Respekt vor der Natur und den Tieren, wir sammeln auch Müll ein und vermitteln das Wissen um die Natur", so Scheider weiter. Etwa was man essen könne und was ist giftig sei. Derzeit würde fleißig im "Wurzelwald", so nennen die Kinder ihre neue Spielstätte, gesägt und an Wichtelhäuschen gebaut, besonders beliebt seien die vielen Kletterbäume und Balancierbalken.

Das bestätigen auch die beiden 5-jährigen Waldkindergartenkinder Amelie und Anna. "Ich habe einen Lieblingskletterbaum im Wurzelwald, da geht ein Ast so schräg rüber, da kann man von einem Baum zum nächsten wechseln", erzählte Amelie begeistert, und Anna sagte mit Überzeugung: "Ich bin ein Waldkind, ich habe keine Angst herunterzufallen."

Landrat Klaus Peter Söllner und der Mainleuser Bürgermeister Robert Bosch waren sehr angetan von dem schmucken Bauwagen, der den Kindern als Unterschlupf und Ruhestätte dient, und vom Konzept des Waldkindergartens. "Das hätte ich als Kind auch gerne selbst erlebt", sagte der Landrat und wies auf das Alleinstellungsmerkmal im Kulmbacher Landkreis hin. "Der Bezug zur Natur ist etwas ganz Wichtiges und Wunderschönes", sagte er, und Bürgermeister Bosch ergänzte: "Bei euch ist jeder Tag ein Walderlebnistag, und ihr seid der größte Kindergarten weit und breit - ganz ohne Dach und Wände."