Rechtzeitig vor dem Wintereinbruch sollen die Arbeiten zum Abschluss gebracht werden. Darüber freut sich auch Landwirt Hermann Korn aus Trebgast: "Ich finde es gut, dass die Wege jetzt hergerichtet werden, denn da waren ja Schlaglöcher über Schlaglöcher. Außerdem hat es keine großen Flächenveränderungen gegeben. Ich stand dem Verfahren von Beginn an positiv gegenüber, weil es für die Zukunft Vorteile bringt. Selbst wenn jemand aufhören will, hat immer noch der Pächter Vorteile. Wir hatten ja auch etwas in der Flurbereinigungskasse, und deswegen ist die Belastung für den einzelnen Landwirt nicht so hoch."

Ein glücklicher Umstand ist es sicher auch, dass mit stellvertretendem Bürgermeister Harald Peetz (CSU) ein praktizierender Landwirt zugleich Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft ist. Er hat sich für die Zweitflurbereinigung wie kein anderer engagiert, was seine Berufskollegen auch zu schätzen wissen.

Keine einfache Aufgabe war es, an eine Förderung zu gelangen. Denn gut fünf Jahre vergingen, bis 2011 die erste Maßnahme an der Michelsreuther Straße begonnen werden konnte. Doch heuer wurde ein Großteil der Wegebaumaßnahmen umgesetzt. Harald Peetz: "Es war schon etwas kompliziert, und wir haben auch drei Anläufe gebraucht, um das Verfahren in Gang zu bringen."


Neuenmarkt und Trebgast sollen nachziehen

Ein Lob zollte Peetz der Firma Straßenbau Thomas aus dem Landkreis Haßfurt: "Sie baut zwar etwas unkonventionell, was auch in der Bevölkerung hin und wieder zu Ärger geführt hat, doch wir sind jetzt in den letzten Zügen, und ich hoffe, dass alle Wege in den nächsten Wochen fertig werden."

Dankbar ist der Vorsitzende nicht zuletzt der dem Amt für Ländliche Entwicklung in Bamberg ("Es ist alles reibungslos vonstatten gegangen, wir konnten alles umsetzen, was wir uns vorgestellt haben") und der Gemeinde Himmelkron, die sich als einzige der drei von dem Verfahren tangierten Kommunen finanziell beteiligt und über 50.000 Euro zur Verfügung gestellt habe. "Mein Wunsch wäre es, dass Neuenmarkt und Trebgast noch nachziehen."

Immerhin werden 80 Prozent der Gesamtkosten bezuschusst, den Rest müssen die beteiligten Landwirte aufbringen. Konkret bedeutet dies einen Betrag von 300 bis 350 Euro je Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche.
Ob da ein Kraftaufwand notwendig war, um alle Landwirte in ein Boot zu bringen? "Das war eigentlich nicht schwer, weil es in Himmelkron ja schon seit den fünfziger Jahren eine funktionierende Flurbereinigung gibt", betonte Peetz. Es herrsche in Himmelkron darüber hinaus der Ausnahmezustand, dass den Bauern die Wege noch gehören und die ganzen Jahre über in deren Unterhalt viel Zeit und Mittel investiert hätten. Peetz: "Es gibt nur ganz Wenige, die versuchen, ein Haar in der Suppe zu finden. Das sind aber auch keine praktizierenden Landwirte."

Die Wege mit einer Gesamtlänge von 14,5 Kilometern werden zum Teil gepflastert (850 Meter) und asphaltiert (sieben Kilometer), der überwiegende Teil wird aber mit einer neuen Schotterdecke versehen. In diesem Jahr wurden Wege mit einer Gesamtlänge von rund neun Kilometer saniert und ausgebaut.


Mehr Sicherheit

Die Freude über das Projekt ist aber auch bei der Gemeinde zu spüren. Bürgermeister Gerhard Schneider (CSU) verweist da vor allem auf die zahlreichen Verkehrsverbesserungen, wozu natürlich auch die neue Ausfahrt auf die Staatsstraße 2182 zwischen Himmelkron und der Gemarkungsgrenze Neuenmarkt gehöre: "Das ist ein wesentlicher Beitrag für mehr Sicherheit - sowohl für die Landwirtschaft als auch die übrigen Verkehrsteilnehmer. Hinzu kommt, dass an der Stelle auch Regenrückhaltebecken geschaffen werden, um im Winter die Gefahr der überfrierenden Nässe auf der Staatsstraße zu vermeiden."

Über die Zweitflurbereinigung, so Schneider, erfolge letztlich auch eine zeitgemäße Anpassung der Verkehrswege an die veränderten Bedingungen in der Landwirtschaft. "Auf der anderen Seite ist es aber auch für die Bürger ein Vorteil, die die Wege in ihrer Freizeit zu Spaziergängen nutzen können. Ein Teil sind aber ausgewiesene Gemeindeverbindungsstraßen, zum Beispiel der Michelsreuther oder der Wirsberger Weg."

Im kommenden Jahr sollen die Arbeiten nordöstlich der B 303 fortgeführt werden. "Soweit es Geld aus Bamberg gibt", schränkt Harald Peetz ein, fügt aber sogleich hinzu: "Da bin ich guter Hoffnung. Dann werden wir am Sportgelände und in Richtung Streit weitermachen und das Verfahren abschließen." Dafür, so Peetz, würden dann noch Kosten in Höhe von rund 250.000 bis 300.000 Euro anfallen.