"Katzen-Content geht immer", sagte mir ein Kollege vor Jahren, als ich selbst noch weitgehend unbeleckt war von den Feinheiten der Social-Media-Welt. Was er damit meinte: Wenn einem gerade so gar nichts einfällt, womit man auf der eigenen Facebook-Seite, auf Instagram oder sonstwo Aufmerksamkeit erregen kann, dann postet man ein Katzen-Video - und die Begeisterung der Netzgemeinde ist garantiert. Hundewelpen gehen auch.

Den Beweis, dass niedliche Fellnasen ein Mega-Thema sind, lieferten die Facebook-User, die uns auf unseren Aufruf, uns Bilder von ihren Haustieren zu schicken, mit Fotos geradezu überschwemmten (siehe Seite 13) .

Aber Katzenbabys und Hundewelpen haben Konkurrenz bekommen: die Feuerwanze. Sie alle kennen vermutlich die ein bis zwei Zentimeter langen rot-schwarzen Krabbeltierchen, die in den letzten Jahren - der Klimawandel macht's möglich - in immer größerer Zahl in unseren Gärten auftauchen. Bedrohlich sehen die roten Krabbler aus, und wer ihnen sehr nahe kommt, stellt fest, dass sie nicht sonderlich angenehm riechen. Aber gefährlich sind sie nicht.

Das jedenfalls haben die Tier- und Naturfreunde Merzen auf ihrer Facebook-Seite geschrieben. Die Resonanz war gigantisch. 180 000 Menschen haben den Beitrag innerhalb von nur einer Woche "geliked", 284 000 Mal wurde er geteilt und von knapp 32 000 Nutzern kommentiert.

Was lernen wir daraus? Man muss nicht putzig und kuschelig sein, um im Internet zum Star zu werden. Das gibt doch Hoffnung. Auch für den Nacktmull und die Ohrenqualle.

Katrin Geyer