Seit Wochen tüfteln im B-Bau des Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium naturwissenschaftliche begabte Schüler. Sie bauen aus Legosteinen Roboter und programmieren diese dann. "Wir haben den Roboter heuer so gebaut, dass er sehr präzise fährt. Schwieriger als die anderen Parcours ist der aktuelle auch nicht, aber halt anders", schätzt Oliver Klughardt (16) die Lage ein. Lehrer Wolfgang Lormes lacht. Denn letztlich sind es Präzision, Tüftelei und auch ein bisschen Glück, der den Roboter-Begeisterten des Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasiums bei der diesjährigen First Lego League zum Gewinn verhelfen könnte. Doch es braucht von jedem etwas.

Die Tücken der Technik

Oliver Klughardt macht schon zum vierten Mal mit und kennt die Tücken der Technik. Denn schon so manches Mal waren die Kids vom MGF bestens gewappnet - und dann funktionierte irgend etwas nicht.

In diesem Jahr geht es in dem Roboterwettbewerb, bei dem Schüler aus der gesamten Region teilnehmen und 14 Teams ihre Kräfte messen, um die Zukunft des Lernens. Die Schüler sollen nicht nur einen Roboter bauen, sondern sie sollen Ideen entwerfen, wie man sich im 21. Jahrhundert noch besser Wissen aneignen kann. "Viele Aufgaben sind eigentlich ganz einfach, man muss mit dem selbst gebauten Roboter Türen öffnen oder Schalter umlegen", erklärt Oliver Klughardt.

Ein bisschen Lampenfieber

Luca Beetz hat noch ein bisschen Lampenfieber. Denn der 13-Jährige ist zum ersten Mal dabei. "Ich bin beim Programming", erklärt er und versucht, den selbst gebauten Lego-Roboter so zu programmieren, dass er genau das Richtige zum richtigen Zeitpunkt tut. Der Roboter orientiert sich anhand der aufgezeichneten Linien auf dem Spielplan. Doch einen Farbsensor haben die Kids nicht eingesetzt, sie bauen darauf, dass sich der Roboter einfach nach den Linien orientiert.

Eigentlich gibt es schon eine neue Generation. "Wir hoffen, dass wir nächstes Jahr ein paar dieser Roboter kaufen können. Für die Fortgeschrittenen wäre das natürlich schon toll", wünscht sich Lehrer Wolfgang Lormes. "Aber dazu brauchen wir Sponsoren", gibt er offen zu.

Zahlreiche Kulmbacher Firmen haben in diesem Jahr den MGFlern die Teilnahme am Wettbewerb ermöglicht. "Und wir sind stolz, dass wir denen, die mitmachen, auch die Verköstigung zahlen können. Das würde ohne die Sponsoren nicht gehen", sagt Lormes.

Auch Dominik Müller (13) ist zum ersten Mal mit von der Partie. "Ich wollte ja eigentlich schon letztes Jahr in Robotik, aber da hatte ich eine Drei im Zeugnis, also musste ich noch warten. Aber heuer bin ich dabei", freut er sich. "Ich werde auch das Referat mit halten", erklärt Dominik Müller.

Im Wettbewerb geht es darum, den Parcours mit dem Roboter gut zu durchlaufen. Das Lego-Gerät muss sich einen Zugang zum Online-Speicher verschaffen, er muss die Schlaufe für Wissen und Fähigkeiten aus einem Modul lösen, richtige Sinne benutzen und quer denken. Telekommunikation, Suchmaschinen, aber auch Sport, projektbezogenes Lernen, Ausbildung, Nachbau und Anpassungsfähigkeit sind Themen.

Mitdenken ist gefragt

Auch Mitdenken ist gefragt. Die Robo-Kids sollen selbst Konzepte fürs Lernen in der Zukunft entwickeln. "Das Problem liegt auf der Hand: Ich muss zum Beispiel am Donnerstag eine Schultasche mitschleppen, die neun Kilo wiegt. Das kann man ganz einfach lösen", erklärt Dominik Müller - und schlägt vor, E-Books einzusetzen.
Derzeit tüfteln die MGFler noch an der Lösung der Aufgaben. Und die Erfahrenen wissen, dass ohnehin nicht alles zu meistern ist. Diejenigen, die strategisch an den Parcours herangehen und zuerst die Aufgaben mit den meisten Punkten abarbeiten, haben Vorteile. Die Jugendlichen vom MGF sind schon gespannt, ob andere Teams bereits die Technik der neuen Generation nutzen oder ob auch sie noch mit dem bisherigen Modell arbeiten.

"Wir sind gut aufgestellt"

"Wir sind aber gut aufgestellt"; macht Wolfgang Lormes den Schülern Mut. Er ist selbst gespannt, wie sie abschneiden. Bei der Roboter-AG des Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasiums sind derzeit 14 Fortgeschrittene und 14 Anfänger dabei. Seit Beginn des Schuljahres tüfteln sie am neuen Parcours. Nur diejenigen, die in Mathematik und in Natur und Technik schlechtestenfalls Zweier im Zeugnis vorweisen können, können mitmachen. Der Andrang ist riesig.

Allerdings ist die Roboter-Begeisterung noch immer auf Jungs fokussiert. Nur ein Mädchen ist mit von der Partie - Laura Meile. Doch die Elfjährige behauptet sich - und ist im Programming eingesetzt.