Es war nur eine winzige Notiz in "Evangelisch in Kulmbach", dem Mitteilungsblatt der Kulmbacher Kirchengeggemeinden: "In der Petrikirche finden in diesem Jahr wegen der Umstellung auf den zweijährigen Konfirmandenkurs keine Konfirmationen statt."

Nachfrage bei Dekan Jürgen Zinck: Warum plötzlich wieder zwei Jahre Vorbereitungszeit? Es ist noch gar nicht so lange her, dass die Gemeinde der Petrikirche die Struktur ihres Konfirmandenunterrichts geändert hat. 2007 gingen zum ersten Mal junge Leute zur Konfirmation, die nur ein Jahr "Konfi" besuchten. Zwei Jahre waren vorher üblich.

Er sei schon immer skeptisch gewesen, ob die Verkürzung der Konfirmandenzeit sinnvoll sei, sagt der Dekan. Denn: "Die Konfirmanden waren im Schnitt plötzlich ein Jahr jünger."


Konfirmation vor der Pubertät sinnvoll?



Zwar habe man es damals verbreitet als Vorteil gesehen, wenn die Konfirmation in eine Lebensphase vor der Pubertät fällt: "Man glaubte, die Jugendlichen seien dann problemloser in ihrem Verhalten." Zudem habe man mit der neuen Struktur der Tatsache Rechnung tragen wollen, dass die Schule immer mehr Raum im Leben junger Leute beanspruche.

Nach einigen Jahren Erfahrung revidiere man die Entscheidung nun, sagt Zinck. Je älter die angehenden Konfirmanden seien, desto kritischer fragten sie nach. "Das ist ein großes Potenzial, das man durchaus nutzen kann." Er persönliche halte es für falsch, die komplette Konfirmandenzeit in die Kindheit zu verlagern. "Zur Auseinandersetzung auch mit religiösen Fragen gehört eine gewisse Reife. " Zudem sei die Konfirmandenzeit prägend für die Grundeinstellung zur Kirche. "Auch da ist es von Vorteil, wenn die Konfirmandenzeit in die Zeit des Erwachsenwerdens hineinreicht."


Zurück zum klassischen Modell



Nun also gibt es in der Gemeinde von St. Petri wieder das klassische Modell: Erst den Präparanden-Unterricht, dann den Konfirmandenunterricht. "Unterricht" ist es genau genommen ja gar nicht, sagt Zinck. "Wir sprechen lieber von Konfirmanden-Arbeit." Den kleinen Katechismus muss hier schon längst niemand mehr auswendig lernen. "Es geht vielmehr darum, den jungen Leuten die religiösen und kirchlichen Traditionen zu erschließen."

Länger als in den Jahren seit 2007 wird die Konfirmandenzeit übrigens nur auf dem Kalender. Unterm Strich bleibt die Zeit, die die jungen Leuten dafür aufwenden, gleich. Der Präparandenkurs startet künftig jeweils im Januar und dauert bis zum Frühsommer. Der eigentlich Konfirmandenkurs beginnt dann im Herbst nach den Sommerferien und endet mit der Konfirmation, die in der Petrikirche traditionell am zweiten Sonntag nach Ostern gefeiert wird - zum nächsten Mal also am 14. April 2013.