Der Traum der 30 Männer und Frauen war es, wieder die Baille-Maille-Allee am Ortsrand von Himmelkron anzulegen. So wie zu Zeiten der Markgräfin Wilhelmine sollte es möglich sein, im Schatten der Linden zu flanieren, sich zu treffen, zu spielen. 30 Jahre ist es nun her, dass diese 30 Männer und Frauen den Förderkreis zur Erhaltung und Verschönerung der Kulturlandschaft im Bereich der Gemeinde Himmelkron ins Leben riefen.

Inge Tischer war damals Gründungsmitglied beim Verein mit dem sperrigen Namen. Seit fünf Jahren ist sie Vorsitzende.

Ein Baum kostete 50 Mark

Von 1986 bis 1992 wurden in drei Abschnitten jeweils 200 Bäume gepflanzt - von rund 20 ehrenamtlichen Helfern. "Darunter auch Kinder, die sich heute als Erwachsene über die großen Bäume freuen", sagt Inge Tischer.

Die Pflanzung auf drei Etappen war aus personellen und finanziellen Gründen notwendig. 50 Mark kostete eine Linde seinerzeit. Übrigens wird die Anlage auch ehrenamtlich gepflegt: Vor allem Gerd Weber aus Himmelkron kümmert sich darum.

Doch die Baumpflanzung alleine reichte dem Verein nicht. Die Allee sollte auch mit Leben gefüllt werden. Zum Beispiel beim Baille-Maille-Spiel, bei dem ein Ball durch Bögen geschlagen werden muss. Sogar ein echter Prinz, Georg Friedrich von Preußen, machte 1999 mit.

Theater wird im Schatten der Bäume ebenso geboten wie Musik. Dazu wurden drei Pavillons errichtet, um vor den Unbilden des Wetters geschützt zu sein. Dazu Sitzgelegenheiten, Kunstwerke, Schirme. Dafür gab es Fördergelder aus dem Leader-Programm sowie von der Oberfrankenstiftung und Firmenspenden. Kein Wunder, dass der Verein nicht nur sein 30-jähriges Bestehen feiert, sondern auch die Fertigstellung und Aufwertung der Baille-Maille-Allee.

Wenn man von Aufwertung spricht, dann muss man die Kunst- und Gartenmesse mit erwähnen. Die hat sich zu einem überregionalen Besuchermagneten entwickelt, der auch am kommenden Sonntag Tausende in das Klosterdorf locken wird.

Zur ersten Messe im Jahr 2009 hatte Inge Tischer Probleme, überhaupt 60 Aussteller zu finden. Inzwischen kommen 150 Firanten. Mehr geht nicht mehr. "Dabei könnte ich jeden Platz doppelt besetzen", sagt Tischer und freut sich, dass es ihrem Verein gelungen ist zu zeigen, dass sich die Markgrafen nicht nur in Bayreuth wohlfühlten, sondern zur Recht auch im kleinen Himmelkron.

Die Jubiläumsveranstaltungen des Förderkreises starten am 18. Juli. Start ist mit dem von Uwe Hoppe nach einer Szenenanweisung von 1718 für das Teatro zu Himmelkron geschriebene Stück "Die beglückte Schäferin Bellinde". Beginn ist um 18 Uhr in der Baille-Maille-Allee.

Weiter geht es am Sonntag, 20. Juli, mit der Kunst- und Gartenmesse (10 bis 18 Uhr). Dort bieten 150 Aussteller Keramiken, Schmuck, Gartendeko, Handarbeiten und über 100 Rosensorten an.

Das genaue Programm: 10.30 bis 12 Uhr Markgrafenspielmannszug Kulmbach, 12 bis 17 Uhr Musik mit Uwe Goller, 14 Uhr Musikbeitrag im ersten Pavillon ("Himmelkroner Einrichtungen"), 15 Uhr Szenen aus "Die beglückte Schäferin Bellinde" im dritten Pavillon; Maille-Spiel um 11, 14 und 16 Uhr.

Am 2. August von 14 bis 16 Uhr ist Kindernachmittag "Spielen-Hören-Bewegen-Erleben" (Quiz, Klangkonzert, Mailspiel-Wettbewerb, Übergabe der Kinderbroschüre "Die Baille-Maille-Allee"). Eintritt frei. Um 19 Uhr zeigt dann der "Schauhaufen Kulmbach" das Stück "Der zerbrochne Krug".

Am 3. August finden dann die offiziellen Feierlichkeiten zum 30. Geburtstag des Förderkreises statt. Um 10 Uhr ist Gottesdienst, anschließend Frühschoppen. Es gibt eine Präsentation und Ausstellung zum Thema "Wildtiere und Fauna in Himmelkron" und zur "Falkenjagd". Um 13 Uhr Veranstaltung mit Ehrungen und Projekt abschluss "Fertigstellung und Aufwertung der Baille-Maille-Lindenallee". Musikalisch ausgestaltet wird die Festveranstaltung durch die Bläsergruppe "Klosterblech", die "Schorgasttaler Blasmusik", die Es-Jagdhornbläser Bayreuth sowie die Bläserklasse der Feuerwehr kapelle Trockau.