Auf unsere Bitte, Henry Schramm, der Oberbürgermeisterkandidat der CSU, möge doch einfach ein bisschen Platz in unserer Zeitung nach eigenem Gusto füllen, überreicht uns der amtierende OB ein buntes Bild. "Tut mir den Gefallen, nehmt das da", sagt er. "Das hat mich so gefreut."

Grün und hellblau und rosa ist das Bild: So, wie kleine Mädchen gerne malen. Leni Dörfler hat die bunte Zeichnung dem Oberbürgermeister geschickt. "Ich finde es schade, dass wir Kinder nicht wählen dürfen", hat sie dazu geschrieben. "Ja, ja, ja, ja" steht auf dem bunten Transparent, das das Bild zeigt. Keine Frage: Wenn die kleine Leni wählen dürfte, sie wüsste, wen...

Auch Ingo Lehmann, den OB-Kandidaten der SPD, haben wir gebeten, uns einen Beitrag ganz nach seinen eigenen Vorstellungen zu schicken. Und da ist ihm der "perfekte Sonntag" eingefallen. "Der perfekte Sonntag bedeutet für uns, dass ich an diesem Tag ausnahmsweise mal keinen Termin habe, was das Besondere an diesem Tag ausmacht. An so einem Tag - ohne Terminverpflichtung - schlafen wir etwas länger aus. Je nach Belieben wird manchmal auch auf das Frühstück verzichtet, um dafür gemeinsam das Mittagessen zuzubereiten." Gekocht wird bei Ingo Lehmann dann unter Anleitung von Lebensgefährtin Margit - bevor die Familie, zu der auch Margits Tochter Laura gehört, spazierengeht, Rad fährt oder den Tag am Stammtisch ausklingen lässt.

Ausflug in die familiäre Vergangenheit


Hans-Dieter Herold, den die Grünen/Offene Liste am liebsten als künftigen OB sehen werden, unternimmt auf dem Platz, den er zur freien Verfügung hat, einen Ausflug in seine familiäre Vergangenheit: "Ich entstamme einer Kulmbacher Familie, die sich immer intensiv politisch engagiert hat. Aufgewachsen bin ich in der Oberen Stadt - im "Frankenheim". Gastwirtschaft, Bäckerei, Lebensmittelgeschäft, Familie, Mitarbeiter, Freunde, Kunden, Gäste - ich war immer unter Menschen. Der Vater allerdings war als Abgeordneter in Bonn und meist nur am Wochenende da. Politik spielte immer eine große Rolle. Meine politischen Wurzeln habe ich in der Sozialdemokratie. Mein Großvater Hans-Herold gehörte lange dem Kulmbacher Stadtrat an. Mein Vater Karl Herold war von 1953 bis 1976 Mitglied des Bundestages und von 1969 bis 1976 Parlamentarischer Staatssekretär in den Regierungen Brandt und Schmidt.

Auch ich war zunächst Mitglied der SPD. Willy Brandts Politik für Frieden und mehr soziale Gerechtigkeit hat mich begeistert. In den achtziger Jahren habe ich die SPD verlassen.Immer wichtiger wurden mir der Umweltschutz, die Sicherung der Lebensgrundlagen für folgende Generationen, der Kampf gegen die Atomenergie. Deshalb schloss ich mich den Grünen an.

1990 wurde ich für die Grünen in den Kulmbacher Stadtrat und in den Kreistag gewählt. Dem Kreistag gehörte ich bis 1996 an, dem Stadtrat zunächst bis 2002. Bei den Kommunalwahlen 2002 trat ich nicht an. 2008 wurde ich wieder in den Stadtrat gewählt."