Lange wurde gebangt, jetzt steht es fest: Die Außenstelle Forst des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kulmbach bleibt in Stadtsteinach. Die Mitteilung aus München hat gestern für große Freude gesorgt, stand die Zukunft des Forstamtes doch auf der Kippe.
In Stadtsteinach hatte man befürchtet, dass der Freistaat Bayern bei der Einrichtung des "Grünen Zentrums" in Kulmbach das Landwirtschafts- (Kulmbach) mit dem Forstamt (Stadtsteinach) zusammenfassen will. In einer Resolution, die im Oktober vergangenen Jahres verabschiedet worden war, hatte sich der Stadtrat gegen eine Zentralisierung ausgesprochen und für den Erhalt des Amtes ausgesprochen.


Planungen wurden "angepasst"

Zur Zentralisierung wird es nun nicht kommen. Ministerialdirektor Hubert Bittlmayer vom zuständigen Staatsministerium hat Bürgermeister Roland Wolfrum (SPD) in einem Brief mitgeteilt, dass die Außenstelle Forst in Stadtsteinach bleibt. Wörtlich schreibt Bittlmayer: "Im Hinblick auf die Außenstelle Forst in Stadtsteinach kann ich Ihnen nun mitteilen, dass die bereits weit fortgeschrittenen Planungen zum ,Grünen Zentrum Kulmbach' so angepasst werden, dass die Außenstelle Forst in Stadtsteinach erhalten bleibt. Damit werden die regionalen Gegebenheiten sowie die über einen langen Zeitraum gewachsenen Strukturen in Stadtsteinach berücksichtigt."


Wolfrum dankt Söder

"Wir sind heilfroh, dass es zu dieser Lösung gekommen ist", sagte gestern Roland Wolfrum und bedankte sich bei allen Entscheidungsträgern, die sich für den Erhalt der Außenstelle eingesetzt haben. Sein Dank gilt vor allem auch Ministerpräsident Markus Söder, an den er sich am 10. Juli schriftlich gewandt habe. "Ich habe ihn nochmals im Auftrag des gesamten Stadtrates auf die Brisanz des Themas aufmerksam gemacht."


Wolfrum: Wäre nur der Anfang

Roland Wolfrum macht deutlich, dass es darum gehe, behördliche Einrichtungen in der früheren Kreisstadt zu halten. "Wenn uns das Forstamt genommen worden wäre, dann wäre das wohl nur der Anfang. Irgendwann kämen dann die Polizei und der Notar", sagt der Bürgermeister, der sich auf eine gute Zusammenarbeit mit dem "Grünen Zentrum" in Kulmbach freut. "Ich bin überzeugt, dass beide Stellen bestens miteinander zum Wohle ihrer Klientel zusammenarbeiten."


Behördenleiter: "Kenne Gründe noch nicht"

Behördenleiter Guido Winter war die Entscheidung gestern noch nicht bekannt. "Ich bin überrascht, weil die mir bekannten Planungen eigentlich in eine andere Richtung liefen", sagte Winter, der als Fürsprecher der Zentralisierung galt. "Wenn die Staatsregierung das entschieden hat, werden wir das so akzeptieren. Ich kenne die Gründe dafür aber noch nicht", stellte er fest.