Bürgermeister Dietmar Hofmann (SPD) bezeichnet ihn als "Urvater der Thurnauer Erdgasversorgung": Frank Schütz, den Inhaber der Mälzerei in Hutschdorf. Er hatte vor zweieinhalb Jahren den Anstoß für einen möglichen Anschluss an das Erdgasnetz der Licht- und Kraftwerke Helmbrechts gegeben. Jetzt wurde dieses Planspiel Wirklichkeit, denn nach Hutschdorf und Lanzenreuth ist auch der Hauptort der Marktgemeinde Thurnau an das Erdgasnetz angeschlossen. Ein Großabnehmer ist unter anderem das Schloss. Dort wurde das Ereignis nun gefeiert.

Frank Schütz hat bereits an seinem Wohn- und Betriebsort Harsdorf die Gasversorgung ins Rollen gebracht: "Es war ja in Harsdorf eine Hackschnitzelheizung angedacht, und in Hutschdorf war ich zunächst planlos. Der Energieträger war hier Heizöl und wir hatten natürlich gigantische Energiekosten. Zudem haben wir jetzt auch saubere Heizanlagen, und das ist ja für unser Spezialmalz sehr wichtig. Im Nachhinein bin ich froh, dass wir keine Hackschnitzelheizung in Harsdorf gebaut haben, denn das Geld haben wir in die Hand genommen. Und so sind auch die Erdgasanschlüsse in Harsdorf und Hutschdorf zustande gekommen."

Bürgermeister Dietmar Hofmann erinnerte an die Vorsprache von Frank Schütz im Rathaus: "Ohne lange zu überlegen, sagte ich ihm damals die Unterstützung des Marktes zu. Kurze Zeit später fand dann ein erstes Treffen mit der Geschäftsleitung der LuK und Bürgermeister Stefan Pöhlmann aus Helmbrechts statt, dem Vorstandsvorsitzenden der LuK."

Neben weiteren Ortsteilen im Thurnauer "Unterland" konnten jetzt auch der Hauptort und das Industriegebiet angeschlossen werden. Optional sollen auch weitere Ortsteile vom Erdgasnetz profitieren können. Wichtig war, so der Bürgermeister, dass sich auch die Gräflich Giechsche Schlossstiftung für einen Erdgasanschluss entschied.

Und der musste bis Herbst 2013 hergestellt sein. Das war damals eine optimistische Vorgabe, die aber von der Luk und der Firma ASK aus Kulmbach eingehalten wurde.

Enormes Einsparungspotenzial

Bürgermeister Dietmar Hofmann: "Wir hatten vor zweieinhalb Jahren das richtige Näschen. Das Interesse der Hauseigentümer am Erdgas ist groß. Auch der Markt Thurnau profitiert. So werden unter anderem die Feuerwehrhäuser in Lanzenreuth und Thurnau und das Töpfermuseum anschließen. Auch beim Rathaus und bei der Schule sehen wir enormes Ein sparungspotenzial." Und es sei noch ein zweiter Effekt erreicht worden: Im Zuge der Erdgas-Erschließung wurden auch Leerrohre für ein Glasfaserkabel mitverlegt. Ein Umstand, der dem Markt bei der Versorgung mit schnellem Internet entgegen kommt.

Der Kaufmännische Geschäftsführer der LuK Helmbrechts, Jürgen Wolf, stellte fest: "Bis zur heutigen Punktlandung mit der Fertigstellung der Leitung waren viele Planungen und Vorarbeiten zu leisten, es war kein leichter Weg." Den Anschluss des Schlosses bezeichnete Wolf als Meilenstein. Ende 2012 hätten bereits die Mälzerei Schütz und weitere Hausbesitzer in Hutschdorf mit Erdgas versorgt werden können.

Derzeit 140 Bestellungen

Der Weiterbau der insgesamt 13 Kilometer langen Ferngasleitung nach Thurnau habe im Frühjahr 2013 ab Hutschdorf begonnen, parallel dazu seien die Ortsleitungen nach Lanzenreuth und Kemeritz erstellt worden. Derzeit lägen 140 Bestellungen von Hausanschlüssen vor. 2014 werde das Netz über das Siedlungsgebiet oberhalb der Hutschdorfer Straße bis zum Gewerbegebiet "Thurnau-Ost" fortgeführt. Für 2014 kündigte Wolf auch den Versorgungsaufbau über Döllnitz und Heubsch nach Kasendorf an, wenn sich die notwendigen "Starterbetriebe" dafür entscheiden.

Bürgermeister Bernd Steinhäuser dazu: "Ich bin sehr froh über diese Entwicklung, denn gerade im gewerblichen Bereich wird bei Neuansiedlungen immer wieder nach der Möglichkeit eines Erdgasanschlusses gefragt. Für die Weiterentwicklung der Ortschaft Kasendorf ist das enorm wichtig."

Diplomingenieur Gerd Dilsch stellte als Technischer Geschäftsführer von Luk das bisherige Leitungsnetz bis Thurnau und in der Fortsetzung bis Kasendorf vor. Grußworte sprachen noch LuK Aufsichtsratsvorsitzender Stefan Pöhlmann und Stiftungsvorstand Jürgen Meins von der Giechschen Schlossstiftung.
Pöhlmann sprach von einem sehr erfreulichen Tag für den Markt Thurnau und die Licht- und Kraftwerke Helmbrechts und bezeichnete Mälzereibesitzer Frank Schütz als den "zündenden Funken", der die Erdgasversorgung in der Marktgemeinde letztlich ins Rollen gebracht habe.