Eine Besonderheit des Jugendzentrums in Kulmbach besteht laut Jürgen Ziegler sicherlich in der Partnerschaft zwischen der Stadt, dem Landkreis und dem Kreisjugendring, die gemeinsam die Trägerschaft für die Jugendstätte übernehmen. Er selbst kann als Kreisjugendpfleger und Geschäftsführer des Kreisjugendrings auf eine gute Zusammenarbeit der Partner zurückblicken. "In den letzten zwanzig, dreißig Jahren haben wir viel gemeinsam geschafft."

Auszug aufgrund von Umbau

Aufgrund von Umbaumaßnahmen in der "Alten Spinnerei", wo das Jugendzentrum bisher angesiedelt ist, muss dieses nun aus dem Gebäude ausziehen. Aus Sicherheitsgründen kann das Haus vorerst nicht weitergenutzt werden, auch wenn sich die Baumaßnahmen auf den leer stehenden ersten Stock beziehen, welchen die Stadt in ein Kunst- und Kulturzentrum ausbauen möchte. Das Jugendzentrum wird deshalb im "Bockela", der ehemaligen Bahnhofsgaststätte im Kulmbacher Bahnhof, seine Pforten wieder öffnen.

Verhandlungen laufen gut

"Die Beteiligten befinden sich gerade noch in Verhandlungen. Momentan kann man sagen, dass diese in die richtige Richtung gehen," sagt David Buchwald, Pressereferent im Landratsamt. Und auch Jürgen Ziegler bestätigt das aussichtsreiche Vorankommen. "Die Vertragsverhandlungen sind auf einem guten Weg." Die Stadt mobilisiere die beauftragten Handwerker bereits kräftig, sodass die Innenarbeiten im neuen Gebäude in vollem Gang sind.

Bei der Stadtratssitzung am vergangenen Donnerstag standen die Umbau-Vergaben auf der Tagesordnung. 150 000 Euro investiert die Stadt in die Sanierungsarbeiten. Dies sei eine Menge Geld. "Wegen des Zeitdrucks machen wir aber eine Ausnahme und investieren das Geld", so Pressesprecher Simon Ries von der Stadt Kulmbach.

Aktuell werden im ehemaligen "Bockela" Sanitär- und Heizungsarbeiten verrichtet. Da das Gebäude weiterhin der Bahn gehört, die Stadt dieses also nur anmietet, erarbeitet die Bahn zur Zeit noch ein Brandschutzkonzept, das mit in die Umbauarbeiten einfließt.So wird zwar der Umzug keine leichte Sache für die Beteiligten des Jugendzentrums werden, was nicht zuletzt auch an der großen Menge an Material liegt, das sich über den langen Zeitraum des Bestehens angesammelt hat. Aber da die neuen Räumlichkeiten auf dem Bahnhofsgelände deutlich kleiner sind als sie es in der "Alten Spinnerei" sind, müsse man sich gut überlegen, was an Equipment mit umzieht und wovon man sich trennen muss.

"Es gibt viel zu tun und bleibt eine große Herausforderung, der wir uns sehr gerne stellen werden", so Kreisjugendring Vorsitzende Sabine Knobloch.

"Für das Ausräumen nehmen wir uns genug Zeit, um nach dem Umzug im Bahnhof in aller Ruhe anzukommen", so Ziegler. "Wir werden alles unternehmen, um den Betrieb nach und nach wieder gut hochzufahren", sgt Jürgen Ziegler. Ein genauer Umzugstermin stehe noch nicht fest. Aktuell ist der Betrieb in der "Alten Spinnerei" so gut wie stillgelegt, während im Hintergrund auf Hochtouren gearbeitet wird.

Tobias Reul hat das Jugendzentrum schon aus vielen Perspektiven miterleben dürfen. Der 28-Jährige hat dort Zivildienst geleistet und ein längeres Praktikum im Rahmen der Erzieherausbildung absolviert.

Wehmut und Spannung

Heute ist er dort immer noch durch die Mitorganisation von Konzerten und aktuell auch beim Ausräumen behilflich. "In den neuen Räumlichkeiten werden Konzerte wahrscheinlich schwer möglich sein. Wenn überhaupt, dann nur in kleinerer Form, das wird sich zeigen", sagt er.

"Wehmut und Bedauern sind schon da, aber auch Spannung auf das, was neu auf uns zukommt", sagt Jürgen Ziegler. Die Jugendlichen, die den offenen Betrieb des Jugendzentrums bisher regelmäßig nutzen, freuten sich aber auf das Bahnhofsgebäude.

"Das neue Gelände bietet viele Möglichkeiten", meint auch Simon Ries. Der zentrale Ort sei ebenerdig zu erreichen, und auch die Bahnhofsnähe sei ein großer Vorteil. "Ich würde nicht darauf schauen, was durch einen Umzug möglicherweise verloren geht. Das Jugendzentrum hatte schon viele Standorte."

Langfristige Pläne für die Zeit nach der Sanierung der "Alten Spinnerei" gebe es noch nicht. "Von Seiten der Stadt aus kann die Alte Spinnerei nach den Umbaumaßnahmen aber wieder bezogen werden", so Ries.

Neustart schon im Frühjahr?

Auch Landrat Klaus Peter Söllner ist optimistisch: "Die derzeitige Entwicklung und die positiven Gespräche stimmen uns zuversichtlich, dass wir den Betrieb des neuen Jugendzentrums vielleicht schon in diesem Frühjahr wieder vollständig aufnehmen können."