Ein Brunnen vor der guten Stube der Stadt, der Dr.-Stammberger-Halle, war ein langgehegter Wunsch der Kulmbacher. Wegen fehlender Finanzmittel konnte er aber nicht realisiert werden.

Der Lions-Club Kulmbach-Plassenburg hörte von dem Anliegen der Bürger und verfuhr nach der Idee der Lions: "We serve - wir dienen und helfen", und zwar unbürokratisch und freundschaftlich.

Der Lions-Club International ist eine weltweite Vereinigung freier Menschen, die in freundschaftlicher Verbundenheit bereit sind, sich den gesellschaftlichen Problemen unserer Zeit zu stellen und uneigennützig an ihrer Lösung mitzuwirken. Der Lions-Club Kulmbach-Plassenburg feierte 1996 sein zehnjähriges Bestehen und beschloss, der Stadt und ihren Bürgern als Jubiläumsgabe einen Brunnen zu schenken.

Nur eine Vorgabe

Clubmeister Matthias Geyer hatte die Idee für den Brunnen und kümmerte sich als Koordinator um das Bauvorhaben. Dem Schwarzacher Künstler Erich Hiemisch (1922 - 2007) wurde nur die Vorgabe gemacht, dass eine schlichte und klar gegliederte Ausführung erfolgen sollte, die sich harmonisch und modern in das Gesamtbild der Stadthalle und ihrer Umgebung einfügt.

Aus einer Reihe von Vorentwürfen hat man sich dann bewusst für eine Gestaltung mit zwei aufragenden Dreiecken entschieden, als Darstellung des fränkischen Rechens.

Am 9. Mai 1997 war es endlich soweit: Unter dem Beifall zahlreicher Gäste wurde der Brunnen eingeweiht. Unter ihnen waren Landtagsabgeordneter Dieter Heckel, Oberbürgermeisterin Inge Aures, Altoberbürgermeister Erich Stammberger und zahlreiche Stadträte mit den Fraktionsvorsitzenden Peter Pöhlmann (SPD), Stefan Schaffranek (WGK) und Horst Zahr (CSU) an der Spitze.

Der damalige Lions-Präsident Ottmar Schmidt betonte in seiner Begrüßung, dass der Club in den Jahren seines Bestehens über 300 000 D-Mark für soziale und karitative Zwecke zur Verfügung gestellt habe. Dies habe aber nur durch die Aufgeschlossenheit und Hilfsbereitschaft der Kulmbacher geschehen können.

"Wasser marsch"

Dank sagte Ottmar Schmidt Inge Aures, dem Bauunternehmer Bernhard Göhl und der Thurnauer Gebäudetechnik-Firma Schwender. Er dankte auch dafür, dass der vorgegebene Kostenrahmen eingehalten wurde.

Oberbürgermeisterin Aures bekräftigte ihrerseits die Verbundenheit der Stadt mit dem Lions-Club Kulmbach-Plassenburg. Sie freute sich auch, dass Erich Hiemisch die geometrischen Formen der Stadthalle aufgegriffen habe und dankte allen, die zu dem gelungenen Werk beigetragen hatten. Mit einem kräftigen "Wasser marsch" nahm Schmidt den Brunnen in Betrieb. Die Kosten beliefen sich auf 50 000 D-Mark. Der Brunnen besticht heute noch durch seine klaren Züge.

Angestrahlte Fontänen

Zwei etwa drei Meter hohe Dreiecke fallen sofort ins Auge. Dazwischen sprudeln hohe Wasserfontänen, die bei Dunkelheit angestrahlt werden. Wegen der Renovierung der Tiefgarage unter dem Eku-Platz und der neu geschaffenen Verbindung zur Tiefgarage unter der Stadthalle musste der Brunnen 2017 vorübergehend weichen. 2018 wurde er mit neuer Technik wiederaufgebaut.