Er war in Sachen Gastronomie eine gute Adresse und ein beliebtes Hotel: der "Röhrleinshof" bei Trebgast, in dem über viele Jahre gegessen, gefeiert und getagt wurde.

Über zehn Jahren hat der Landgasthof ein Schattendasein gefristet. Nachdem das letzte Gastronomen-Ehepaar Schlemmer, das das Objekt von der Kulmbacher Bank angemietet hatte, 2009 einen Schlussstrich gezogen hat, stand der Gebäudekomplex leer. Jetzt ist das Landhotel, in dem es über 21 Fremdenzimmer und zwei Ferienwohnungen gegeben hat, Geschichte. In den vergangenen Tagen hat der Abrissbagger die letzten Gebäude plattgemacht. Gestern war auf dem 57 000 Quadratmeter großen Areal nur noch Bauschutt zu sehen.

Lange Suche nach einem Käufer

Die Frage, was aus dem "Röhrleinshof" wird, hat die Kulmbacher Bank, die das Landhotel 2000 in einem Zwangsversteigerungsverfahren erworben hatte, lange beschäftigt. Über Jahre hat die Bank vergeblich versucht, die Gebäude zu veräußern. Es gab Interessenten, die eine gastronomische Nutzung im Visier hatten, aber auch eine Pflegeeinrichtung und ein Schulungszentrum waren mal angedacht. Der Bayerische Sportschützenbund trug sich mit dem Gedanken, dort ein Jugend- und Weiterbildungszentrum zu errichten, hat 2016 von dem Vorhaben dann aber Abstand genommen.

Das sagt der Bürgermeister

Trebgasts Bürgermeister Werner Diersch (SPD) hatte sich gewünscht, dass die Gebäude nicht verfallen und möglichst erhalten werden Es sei mit den Jahren aber immer mehr deutlich geworden, dass man die Bauten mit einem angemessenen finanziellen Aufwand nicht hätte instandsetzen und renovieren können, sagte Diersch gestern. Eine weitere gastronomische Nutzung wäre aufgrund der relativ abgeschiedenen Lage ohnehin schwierig gewesen.

Käufersuche war schwierig

Es war 2017, als die Kulmbacher Bank schließlich einen Käufer gefunden hat: Ein Geschäftsmann aus dem Landkreis Kulmbach hat den "Röhrleinshof" erworben, der dort aber keine gewerbliche oder gar gastronomische Nutzung im Blick hat, sondern den Bau eines privaten Wohnhauses in Angriff nehmen will Ein Vorhaben, das der Trebgaster Gemeinderat schon genehmigt hat.

Nach dem Abriss wird der neue Besitzer, den wir für eine Stellungnahme nicht erreicht haben, das Bauvorhaben wohl zeitnah in Angriff nehmen. Werner Diersch ist froh, dass der "Röhrleinshof", der mit den Jahren mehr und mehr zum "Schandfleck" geworden sei, eine neue Nutzung gefunden hat. Wie er mitteilte, soll wohl allein das "Hochzeitshäusla" erhalten werden.