Schließlich hatte der den - zunächst zugesagten - Ortstermin für Untersteinach absagen und sich stattdessen mit dem Hubschrauber nach Bayreuth fliegen lassen. Dort wollte er mit OB Michael Hohl (CSU) und Bahnchef Rüdiger Grube im Hotel "Bayerischer Hof" über eine bessere Schienenanbindung der Wagnerstadt sprechen.
Doch bevor es dazu kam, stellte sich Ramsauer den "Aktivisten" aus dem Landkreis Kulmbach. Er konnte gar nicht anders, denn die Schar der Demonstranten hatte sich unübersehbar vor dem Hoteleingang postiert, hielt sich aber von der Lautstärke her zurück. "Ich muss wohl manches richtigstellen, wie ich das sehe", betonte der Politiker und senkte den Blick. Aber nicht aus Reue, sondern weil er vor sich auf einem Klemmbrett Auszüge aus der jüngsten Berichterstattung diverser lokaler Printmedien liegen hatte.
Dann nannte er einige Namen von Personen, die in den Artikeln zitiert worden waren. "Ist der Stephan Heckel hier?" rief er in die Runde. Keine Antwort. "Aha, der kneift also", sagte der Minister über den Ködnitzer Bürgermeister - der ja immerhin ein Parteikollege Ramsauers ist.
Bei Reinhold Dippold hatte der Minister mehr Glück. "Ich bin da", antwortete der Sprecher der Kauerndorfer Bürgerinitiative, als er von Ramsauer aufgerufen worden war. Mit festem Blick schauten sich beide an. "Kennen Sie meinen Terminplan?" fragte Ramsauer. Und ohne die Replik abzuwarten, sagte er: "Den kann jeder einsehen. Und dann kann man nicht einfach behaupten, ich würde einen anderen Termin vorschieben, um nicht nach Untersteinach zu müssen."

Mehr zu dem Thema lesen Sie inder Donnerstagsausgabe der Bayerischen Rundschau.

Einen Beitrag über die Bayreuther Protestaktion finden Sie auf Kulmbach-TV.