Holzbau Fleischmann baut Schulen, Brücken und Bürogebäude, hat auch die Bob- und Rodelbahn am Königsee mit errichtet und Teile für eine Ochsenbraterei auf dem Oktoberfest gefertigt. In Kulmbach hat die Firma jetzt Neuland betreten. Sie hat erstmals ein Festzelt gebaut. Den Stadel für die Kulmbacher Bierwoche, mit dessen Aufbau in dieser Woche begonnen wurde. "Das ist für uns etwas ganz Besonderes, ein Prestigeobjekt", sagt Firmenchef Harald Fleischmann.


13 Meter lang, 3,90 Meer hoch

Dass es ein ganz besonderes Projekt ist, das wird beim Blick auf die Baustelle deutlich. Mit Hilfe eines Autokrans werden die riesigen, 13 Meter langen und 3,90 Meter hohen Außenwand-Bauteile montiert. 16 Stück sind es. Sie sind aus Holz gefertigt, sechs Zentimeter dick und werden mit Fassadenplatten und Eichenfachwerk verkleidet.


Um 90 Grad gedreht

Auch die 16 Giebelwände wurden auf dem Firmenareal am Leitenacker gefertigt. Holzbau Fleischmann wird diese ebenso aufstellen wie die neuen Ausschankecken, den neuen Reservierungsbereich oder die Bühne, die im übrigen nicht mehr mittig stehen wird. Sie wird in dem um 90 Grad zur Stadthalle gedrehten Stadel auf der Seite zur Klostergasse aufgestellt. "Wir haben seit Januar mit Hochdruck am neuen Bierstadel gearbeitet", sagt Harald Fleischmann, der froh ist, dass nach der Fertigung auch beim Aufbau bis dato alles reibungslos funktioniert.


Große Ausmaße

Das Zelt hat eine gewaltige Dimension. Es ist 55 Meter lang und 50 Meter breit, wobei es durch den Dachüberbau für den neuen Balkon eine Gesamtlänge von 60 Meter haben wird. Die Maße des alten Zeltes waren 55 auf 42 Meter. Der neue Stadel ist also größer und anders als der Vorgänger auch freitragend. "Stützen im Zelt wird es nicht mehr geben", sagt Michael Schmid, der Bierfest-Organisator der Kulmbacher Brauerei.


5000 Sitzplätze auf dem Bierwochen-Areal

Im Stadel selber stehen nach seinen Worten rund 3000 Sitzplätze zur Verfügung. "Das sind etwa 150 mehr als bisher." Auf dem gesamten Areal gebe es im Außenbereich weitere 2000 Sitzmöglichkeiten.
Schmid ist davon überzeugt, dass mit dem gelungenen Umbau des Zentralparkplatzes auch die Bierwoche gewinnen wird. Das Festgelände werde ebenso großzügig wirken wie das 2017 bei der einmaligen Ausrichtung auf dem Brauereigelände. Was der neue Stadel gekostet hat? Immer wieder ist in Kulmbach von einer Million Euro die Rede. Eine Zahl, die die Kulmbacher Brauerei aber nicht bestätigen will.


Im Fachwerkstil

Der Aufbau wurde von vielen Kulmbachern in den vergangenen Tagen aufmerksam verfolgt. "Die Platten sind ja gebraucht", hat so mancher gesagt, der die Fassade begutachtet hat. Das stimmt aber nicht. Die Platten sind neu, im sogenannten Used Look gestaltet. Sprich: Sie sehen nur gebraucht aus. "Wir wollten keine schneeweißen Platten. Der Stadel soll rustikal anmuten, die Putzoptik den traditionellen fränkischen Fachwerkstil nachempfinden", sagt dazu Natalia Balacka, die Pressesprecherin der Brauerei.