Vor allem für das Personal und zum Teil auch deren Partner waren die vergangenen Tage sehr anstrengend und purer Stress, denn es galt, binnen kurzer Zeit den Umzug vom alten in den neuen Kindergarten zu bewerkstelligen. Und das Team um Stefanie Will, die Leiterin der Kita, schaffte die Punktlandung bravourös: Heute stand sie freudestrahlend am Haupteingang und begrüßte Kinder wie Eltern mit: "Herzlich willkommen!"

Bereits am vergangenen Freitag war die Tagesstätte für die Kinder geschlossen worden. Seit diesem Zeitpunkt war Umzug angesagt. Stefanie Will: "Die Kinder durften alle zu Hause bleiben, damit wir hier richtig wirbeln und alles vom Altbau in den Neubau bringen konnten. Die Umzugskartons wurden schon Tage vorher während des laufenden Betriebs gepackt, meine Kolleginnen blieben auch mal nach der Arbeit länger, aber ganz offiziell lief der Umzug seit Freitag." Die Arbeiten empfand Stefanie Will als positiven Stress: "Wir freuen uns ja auch, dass wir einziehen können und dass alles so schön geworden ist. Wir machen die Arbeiten schon mit Freude. Der Umzug war natürlich schon eher geplant, aber für uns passt der Zeitpunkt jetzt ganz gut."

Insgesamt 15 Mitarbeiterinnen waren gefordert, zum Teil auch deren Ehemänner oder Lebenspartner. Oberste Priorität hatten die Gruppenzimmer, damit diese rechtzeitig eingerichtet waren. Die anderen Räume wie Abstellkammern oder für Personal wurden vorerst als zweitrangig betrachtet. "Jede Gruppe hat ihren Raum selber eingeräumt, damit sie auch wieder alles findet, wenn der Betrieb aufgenommen wird", erläutert die Leiterin, derzufolge die Wege vom alten in den neuen Kindergarten alle zu Fuß bewältigt werden mussten. Da kamen für die Erzieherinnen schon einige Kilometer zusammen. Stefanie Will: "Wir waren schon gut unterwegs, denn unser Neubau hat so um die 700 Quadratmeter. Ein Schrittzähler hätte sich gelohnt!"

Auch Hanna Leimenstoll, die Stellvertreterin von Stefanie Will, steht die Freude ins Gesicht geschrieben: "Weil wir einen tollen und schönen neuen Kindergarten haben werden. Wir sind auch sehr viel in die Planungen einbezogen worden, auch was die Inneneinrichtung angeht. Am Dienstag hat der Maler die ganzen Piktogramme an den Gruppen angebracht, jetzt werden die Pläne Wirklichkeit. Das macht natürlich Spaß und Freude zugleich.

Kinderpflegerin Anita Geier, die schon seit 25 Jahren in der Einrichtung arbeitet, hat sogar im Rollstuhl so gut es ging den Umzug unterstützt. Sie kann von manchem Wassereinbruch im alten Kindergarten berichten. "Das ist jetzt Gott sei Dank vorbei. Ich freue mich natürlich auf die neue Kita."

Bei ihrer Kollegin Vera Raßl spielt allerdings etwas Wehmut mit, denn sie ist die Einzige, die vom Anfangspersonal des alten Kindergartens noch da ist: "Mir ist schon etwas komisch zu Mute, wenn ich daran denke, dass ich alles hinter mir lassen muss. Es gibt ja auch schöne Erinnerungen an den alten Kindergarten."

Obwohl sehr viele Eltern ihre Hilfe angeboten hatten, beschloss das Kindergartenteam, den Umzug alleine zu schultern. "Es sind einfach ganz so viele Sachen, da müssen wir wissen, wo was ist. Deshalb mussten wir die Sachen selber einräumen", begründet Stefanie Will diese Entscheidung. "Wir mussten auch viel aussortieren, denn 40 Jahre Kindergarten - da sammelt sich Einiges an." Außerdem, so Will, hätten die Eltern in der Bauphase Einiges hinnehmen müssen, weshalb man sie nicht habe "einspannen" wollen.

Zwei Männer als Mädchen für alles

Eine Ausnahme bilden Oliver Leimenstoll und Tobias Jennessen, die "besseren Hälften" von Hanna Leimenstoll und Stefanie Will. "Wenn man will, dass die Frau wieder heimkommt, kommt man nicht drum herum, mitzuhelfen. Es geht dann halt einfach schneller", so Leimenstoll. Die beiden Männer waren Mädchen für Alles und mussten vor allem Regale ab- und wieder aufbauen. Und natürlich viele Kisten schleppen.

Heute wurde die neue Tagesstätte von ihren Bewohnern in Beschlag genommen. Als Matthias Bock seinen Sohn Felix bringt, ist er begeistert: "Die ersten Eindrücke sind sehr gut. Felix kennt sich jedenfalls schon besser aus als ich." Der kleine Vinzent sitzt derweil am Boden und zieht in aller Gemütsruhe seine Hausschuhe an, während Mutter Silke Clemens glücklich ist, dass der Neubau zeitgerecht fertig wurde: "Ich kenne ihn ja schon und war auch manchmal beteiligt, etwas mit auszusuchen. Ich bin positiv überrascht, denn die Räume sind hell und freundlich. Jedes Kind hat seinen Platz, es gefällt mir ganz gut."

Für die Kinder, so Silke Clemens, sei der Umzug kein Problem, denn sie seien das ganze Jahr darauf vorbereitet worden. "Sie wurden einbezogen, das war einfach toll. Ich denke nicht, dass die Umstellung sehr groß ist."

Andrea Spiegel ist damit beschäftigt, ihrem Sohn Lennox beim Ausziehen zu helfen. Sie zeigt sich ebenso positiv überrascht: "Ich war noch nicht in der neuen Kindertagesstätte, aber ich muss sagen, sie ist sehr schön geworden. Ich freue mich auch, dass mein Sohn in die Einrichtung gehen kann. Er hat sich schon lange darauf gefreut."