Mehr als 20 Interessierte bewunderten auf Einladung der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt und des Marktes Thurnau den geschützten Landschaftsbestandteil am Rande Menchaus. Botaniker Martin Feulner schilderte, wie sich der Ordenbrunn aufgrund seines geologischen Untergrunds zu einem einzigartigen Kleinod entwickeln konnte.


Einzigartige Pflanzen- und Insektenvielfalt

Dank der jahrhundertelangen, extensiven Nutzung habe sich in dem typischen Kalkmagerrasen-Gebiet eine einzigartige Pflanzen- und Insektenvielfalt entwickelt.

Als typische Wacholderheide der Nördlichen Frankenalb zähle er mit zu den 30 bundesweiten Biodiversitäts-Hotspots, wie Kristina Schröter erläuterte. Viele der dort vorkommenden Pflanzen seien Spezialisten und auf diese flachgründigen und mageren Standortverhältnisse angewiesen. Von dieser besonderen Flora profitierten wiederum viele Insektenarten, die ohne ihre Wirtspflanze nicht überlebensfähig seien. Sorge bereiten Karin Meißner vom Landratsamt unter anderem Pflanzen, die aus einer ehemals gärtnerisch genutzten Fläche "ausgebrochen" sind.

Neben der Mannstreudistel stelle vor allem die Robine eine Bedrohung dar. Als Schmetterlingsblütler habe sie die für Magerrasen unangenehme Eigenschaft, mithilfe ihrer Knöllchen Stickstoff aus der Luft zu binden und damit die Fläche aufzudüngen. Noch dramatischer sei die rasante Ausbreitung über Wurzelbrut.


Nichtstun ist nicht immer der beste Naturschutz


Neben Gartenpflanzen gilt es laut Förster Peter Nützel auch, den heimischen Baumwuchs einzudämmen, will man die einzigartige Pflanzenwelt durch fehlenden Raum und Licht nicht aufs Spiel setzen. Manch einen Teilnehmer mag es erstaunt haben, dass "Nichtstun" nicht immer der beste Naturschutz ist.

Aus Ersatzzahlungen für Windkraftanlagen konnten Teilbereiche vom Landratsamt erworben und nachhaltig für den Natur- und Artenschutz gesichert werden. Um ein erneutes Zuwachsen der Fläche zu verhindern, wäre eine Beweidung mit Schafen oder Ziegen optimal. Hierfür sucht der Landkreis dringend Schaf- oder Ziegenhalter, die daran Interesse haben. red