Den einzig wahren Sanka gibt es in Stadtsteinach. Darin sind sich Michael Martin, René Ramming, Andreas Lotter und Alexander Nikol von der BRK-Wache Stadtsteinach einig. Alle sind stolz darauf, dass jetzt eines der drei Fahrzeuge offiziell ein SAN-Kennzeichen trägt. Und SAN-KA passt perfekt zu einem Sanka.

Bei dem neuen Sanka handelt es sich um einem 125 PS starken Ford Transit. Das Gefährt ist mit Allrad ausgestattet, damit es sich im Winter auch im Oberland überall seinen Weg bahnen kann. Jetzt wird das neue Fahrzeug auch noch mit einem Defibrillator und mit einem Notfallrucksack sowie einem Beatmungsbeutel und Verbandsmaterial ausgestattet.

"Unser alter Krankenwagen hatte schon 220 000 Kilometer drauf und war fünf Jahre alt. Aber eigentlich sind wir mit unserem Sanka jetzt im ganzen Landkreis unterwegs", freuen sich die Sanitäter immer wieder über die erstaunten Blicke und erklären gerne, dass sie aus Stadtsteinach kommen, dass es die alten Kennzeichen jetzt wieder gibt und dass jeder im Landkreis Kulmbach die SAN-Kennzeichen haben kann.

Der Sanitätskraftwagen

"Wir hatten eben die Idee mit der Sanka-Nummer. Da das Fahrzeug neu zugelassen worden ist, war das kein Problem", sagt Alexander Nikol und freut sich über den Lokalpatriotismus, obwohl er selbst aus Kupferberg stammt. "Sanka ist die Abkürzung für Sanitätskraftwagen", sagt Michel Martin. Und sogar der Duden gibt dem Rettungsdienstler recht.

Doch warum trägt der Sanka eigentlich nicht die Nummer 1? "Das ist komisch, aber SAN-KA 1 war schon dauerhaft registriert. Das würde uns auch mal interessieren, wer diese Nummer hat", sagt Michael Martin. Insgeheim hofft die Mannschaft aus Stadtsteinach darauf, dass es nicht bei der einen Nummer bleibt. Denn ideal wäre es natürlich, wenn alle Sankas aus Stadtsteinach auch die SAN-KA-Kennung tragen könnten. Vorsorglich haben sich die Stadtsteinacher schon mal schlau gemacht, wie es mit den folgenden Nummern ausschauen würde. Die Nummern 3 und 4 für die beiden anderen Sankas, die in Stadtsteinach im Dienst sind, jedenfalls wären noch nicht vergeben.

Notfalls aus eigener Tasche

"Wir können kein Geld in die Hand nehmen, um bestehende Nummern umzumelden", stellt BRK-Kreisgeschäftsführer Jürgen Dippold klar. Denn eigentlich ist die Sache mit den Nummern ja nur ein Gag. "Naja, wir würden es ja selber bezahlen. Das wäre es uns schon wert. Wir legen einfach zusammen", argumentieren indes die Stadtsteinacher und geben die Hoffnung noch nicht auf.

Der Kulmbacher BRK-Chef erhofft sich von der SAN-KA-Nummer jedenfalls einiges: Werbung für die Wache in Stadtsteinach und mehr Freiwillige, eine Stärkung der Identifikation mit der Stadtsteinacher Wache. "Klar erhoffen wir uns, dass durch das Kennzeichen auch die Aufmerksamkeit erhöht wird", so Dippold. "Aber wir werden keine Autos ummelden. Das ist nicht drin. Höchstens, wenn ein Auto neu angemeldet wird, dann kann ein SAN-Kennzeichen verwendet werden."

Doch das wird wohl noch einige Jahre dauern. Und dann sind sicher nicht mehr die einstelligen Ziffern verfügbar, bangen die Stadtsteinacher BRKler.

Landesweites Aufsehen

Landrat Klaus Peter Söllner, zugleich BRK-Kreisvorsitzender, muss über das Thema lachen. "Die Neuzulassung war natürlich ein Gag, der landesweit für Aufsehen gesorgt hat. Ich denke schon, dass wir mit dieser Nummer Aufsehen erregt haben und Aufsehen erregen. Das ist auch Werbung. Die Neuanmeldung unseres Fahrzeuges ist ja auch auf der landesweiten Homepage des BRK", so Söllner. "Wir leben natürlich von Spenden und können keine Spendengelder für die Ummeldung ausgeben. Das ist klar, aber wenn die Stadtsteinacher selbst das Geld aufbringen oder Sponsoren finden würden, hätte ich jetzt nichts gegen eine Ummeldung. Wenn das Herz der Stanicher dran hängt", sagt Söllner. Die Stanicher SAN-KA-Fahrer hören's bestimmt gerne.