Der Kupferberger Stadtrat hat in seiner Sitzung am Dienstagabend Dumlers nun modifizierte Pläne für eine Erweiterung dessen Betriebs an der St-Veit-Straße einstimmig genehmigt. Alfred Kolenda hatte sich als Bürgermeister bei der Behandlung dieses Tagesordnungspunktes aus der Sitzung ausgeklinkt und den Vorsitz an seinen Stellvertreter Volker Matysiak übergeben.
Die Bäckerei Dumler kann nun an den bereits bestehenden Gebäudekomplex an der straßenabgewandten Seite Räume für Büro, Tiefkühlzelle, Personal- und Lagerräume anbauen und den Hof neu überdachen. Insbesondere wird nun auch die Zufahrt 4,20 Meter hoch eingehaust (schallreduzierend überdacht und auch an den Seiten geschlossen). Des Weiteren werden an der Grenze zu Kolendas Grundstück eine Glaswand zum weiteren Schallschutz errichtet und Schallschutzfenster eingebaut.
Die Lärmbelästigung durch den expandierenden Betrieb hatte Nachbar Kolenda dazu veranlasst, gegen die ursprüngliche Bauplanung vorzugehen - bis hin zu einer Klage vor dem Verwaltungsgericht, nachdem der Landkreis den Bau bereits genehmigt hatte. Die Bäckerei liefert nachts ab 3 Uhr an ihre neun Filialen aus, die ihrerseits bereits zwischen 5 und 7.30 Uhr öffnen. Ein Vermittlungsversuch des Landratsamts war gescheitert. Schallmessungen an Kolendas Haus ergaben noch zulässige Belastungen bis 40 Dezibel, an der Giebelseite jedoch nicht mehr zulässige 48 Dezibel. - Anmerkungen in Facebook von dritter Seite und Vorschläge zu einer Absiedlung des Betriebs mit 50 Beschäftigten, davon 20 in der Bäckerei, waren zudem nicht geeignet, eine einvernehmliche Lösung des Nachbarschaftsproblems herbeizuführen.
Knackpunkt des Verfahrens ist, dass sich die Bäckerei in einem Wohngebiet befindet, jedoch Anspruch auf Bestandsschutz hat. Der Betrieb steht seit 1978 an der St-Veit-Straße. Andererseits muss man sich in einem Wohngebiet keine übermäßige Lärmbelästigung gefallen lassen - schon gar nicht zu nachtschlafender Zeit. Mit der nun vorgelegten Planung - insbesondere mit aufwändigem Schallschutz - scheint dieses Problem nun beigelegt zu sein. Auch Nachbar Kolenda hat den aktuellen Bauplan unterschrieben, den der Stadtrat nun genehmigt hat. Dass es sich um einen Streit in der Sache gehandelt hat und es keine persönliche Angelegenheit war, haben beide Seiten stets betont. Friedrich Dumler dankte nach der Plangenehmigung im Stadtrat so auch Alfred Kolenda, dass die Angelegenheit nun einvernehmlich gelöst ist.
Nicht gelöst werden konnte ein weiterer Dissens zwischen Grundstücksnachbarn in der Schönbornstraße. Dort wollte ein Grundstücksbesitzer Aufschüttungen vornehmen, mit denen ein Nachbar nicht einverstanden ist. Ein Vermittlungsversuch durch den Stadtentwicklungs- und Bauausschuss war gescheitert. Marco Müller hat nun seinen diesbezüglichen Antrag zurückgezogen, berichtete Bürgermeister Alfred Kolenda nun dem Stadtrat.


Keine weiteren Werbetafeln

Letztmals verlängert hat der Stadtrat eine Veränderungssperre im Zuge der geplanten Aufstellung einer Werbeanlagensatzung für Kupferberg. Bis zum Erlass einer solchen Satzung dürfen keine weiteren Werbetafeln im Stadtgebiet aufgestellt werden. Dem Stadtrat liegt jedoch seit 2015 der Antrag einer Werbefirma vor, die zwei freistehende unbeleuchtete Werbetafeln auf der Flurnummer 471 aufstellen will. VG-Geschäftsstellenleiter Martin Betz wies allerdings darauf hin, dann man eine solche Satzung bis zum Frühjahr erlassen haben müsse und man die Veränderungssperre nicht noch ein weiteres Mal verlängern könne.
Die Hälfte für eine neue Kette für den Rettungsspreizer der Feuerwehr wird die Stadt der Feuerwehr zuschießen, beschloss der Stadtrat. Ebenso nahm der Stadtrat die Vergabe von Arbeiten für den neuen Bauhof zur Kenntnis, für die er den Bügermeister in der vorgegangenen Sitzung ermächtigt hatte: Den Zuschlag für Heizung und Sanitär über 44 489,69 Euro erhielt die Firma Harald Will in Kupferberg, den für Fliesenarbeiten über 13 512,37 Euro die Firma Sollecito in Bindlach, nachdem sich bis zum Terminablauf kein einziger Fliesenleger um diesen Auftrag bemüht hatte. Genehmigt hat der Stadtrat zudem den Auftrag für Erkundigsbohrungen wegen der Verlegung von Kaltwasserleitungen im Rathaus zu 816,34 Euro an die Firma Krauss & Kolb in Hegnabrunn. Die unisolierten Leitungen frieren im Winter immer wieder ein.
Beschlossen hat der Stadtrat zudem einen einmaligen Zuschuss über 200 Euro für jedes Stadtratsmitglied zur Anschaffung von Laptop oder Tablet, denn sämtliche Kommunikation zwischen Verwaltung und Stadtrat geschieht nun nur noch auf elektronischem Weg.
Unverändert bei 15 Euro bleibt das Sitzungsgeld. Ein Antrag von Marcus Ott (CSU), den Satz wie bereits bis 2014 wieder auf 20 Euro festzusetzen, wurde von SPD und UKW abgelehnt.